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Sozialwesen



Was erwartet Sie im Pädagogik/Psychologie-Unterricht in der
Fachoberschule 11. Klasse Ausbildungsrichtung Sozialwesen?

 

Ziel des Faches Pädagogik/Psychologie ist es, dass sich die Schülerinnen und Schüler grundlegende Fachkenntnisse aneignen und mit wesentlichen sozialwissenschaftlichen Denk- und Arbeitsweisen vertraut werden. Aufgrund der Erfahrungen der SchülerInnen aus der fachpraktischen Ausbildung (fpA) soll ein ganzheitliches und handlungsorientiertes Lernen ermöglicht werden, um ein Bewusstsein für die Vernetzung von Fachinhalten und Praxiserfahrungen zu erreichen.

 

Für die drei Wochenstunden sind im Fach Pädagogik/Psychologie folgende Lerngebiete zu behandeln:

  • Einführung in die Pädagogik/Psychologie
  • Grundlagen des Erlebens, Verhaltens und Handelns
  • Voraussetzungen und Merkmale von Erziehung
  • Lernen im Erziehungsprozess
  • Entwicklung und Erziehung aus der Sicht der Psychoanalyse
 
Lerngebiete im Fach Pädagogik/Psychologie FOS 11 Jgst.

Einführung in die Pädagogik/Psychologie

 

Sie kennen bestimmt Sätze wie: "Frauen können nicht einparken" oder "Männer nicht zuhören". Solche alltagspsychologischen Aussagen sollen Schülerinnen und Schüler im Unterricht von wissenschaftlichen und ihren Voraussetzungen unterscheiden lernen. In diesem Rahmen soll im Gegensatz zur Umgangssprache eine psychologische Fachsprache eingeführt sowie Ziele einer wissenschaftlichen Pädagogik und Psychologie erarbeitet werden.

 

Grundlagen des Erlebens, Verhaltens und Handelns

 

Erkennen Sie etwas? Bei der Betrachtung eines solchen Bildes spielen unter anderem drei Elemente eine Rolle: Wahrnehmung, Gedächtnis und Denken. In diesem Zusammenhang setzen sich die Schüler mit den kognitiven Fähigkeiten und Funktionen des Menschen auseinander. Sie erarbeiten sich einen ersten Überblick über emotionale und motivationale Prozesse und werden sich der Wechselwirkung zwischen Emotionen, Kognitionen (Gedächtnis, Denken, Wahrnehmung) und Motivation bewusst.

 

Beim Thema Gedächtnis werden grundlegende Annahmen eines Gedächtnismodells wie z.B. eines Mehrspeichermodells aus Ultrakurzzeitgedächtnis, Kurzzeitgedächtnis und Langzeitgedächtnis sowie Gedächtnishemmungen erörtert. Denken heißt in der Psychologie sich über Problemlösungs- und Entscheidungsprozesse bewusst zu werden und Formen des Denkens unterscheiden zu können. Dennoch spielt bei derartigen Prozessen nicht allein die Kognition eine Rolle. So liegt z.B. die Entscheidung sich für die Ausbildungsrichtung Sozialwesen anzumelden, nicht ausschließlich bei rationalen Überlegungen, sondern hängt auch von emotionalen und motivationalen Anreizen ab.

 

Voraussetzungen und Merkmale von Erziehung

 

Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit Merkmalen von Erziehung auseinander und erwerben dadurch ein vertieftes Verständnis erzieherischer Prozesse. Wesentliche Merkmale von Erziehung sind: zielgerichtetes und reflektiertes Handeln, Erziehung als dynamische soziale Interaktion und Kommunikation zu begreifen und einen emotionalen Bezug zwischen Erzieher und Kind herzustellen. Den Schülern soll bewusst werden, dass man Zielsetzungen braucht, um Erziehung erfolgreich gestalten zu können. Hier sollte deutlich werden, dass Erziehung ein Geschehen ist, das den ganzen Menschen betrifft. Sie lernen pädagogische Mündigkeit als übergreifendes Erziehungsziel genau zu beschreiben und zu begründen. Pädagogische Mündigkeit bedeutet in diesem Zusammenhang über notwendige Schlüsselqualifikationen wie Selbstständigkeit, Selbstbewusstsein, Kritikfähigkeit etc. zu verfügen.

 

Lernen im Erziehungsprozess

 

Ziel dieses Lerngebietes ist es, grundlegende Kenntnisse über den Begriff "Lernen" und die Lerntheorien zu erwerben. Bei den Lerntheorien unterscheidet man grob zwischen verhaltensorientierten und kognitiven Theorien. Zu den verhaltensorientierten gehört das so genannte "Klassische Konditionieren" und "Operante Konditionieren". Neben diesen Lerntheorien machen sich die Schülerinnen und Schüler mit Annahmen und Grundgedanken der sozial-kognitiven Theorie vertraut. Das Lernen auf Grundlage der kognitiven Theorie ist im Gegensatz zu den verhaltensorientierten ein aktiver, kognitiv gesteuerter Verarbeitungsprozess. Durch die Anwendung der Lerntheorien auf Alltagssituationen werden die SchülerInnen zunehmend fähig, Situationen mit diesen Theorien zu deuten und zu erklären.

 

Entwicklung und Erziehung aus der Sicht der Psychoanalyse

 

Wer kennt nicht diesen Mann? Begründer der Psychoanalyse und Tiefenpsychologie: Siegmund Freud. In einer ersten Begegnung erwerben die Schülerinnen und Schüler grundlegende Kenntnisse der klassischen psychoanalytischen Theorie (Tiefenpsychologie). Grundlegende Annahmen dieser Theorie sind: Psychische Determiniertheit, das Unbewusste, Triebmodell; Stadien der psychosexuellen Entwicklung; Instanzenmodell der Persönlichkeit mit Ich, Es und Über-Ich sowie Abwehrmechanismen wie z.B. Verdrängung, Regression etc. Entscheidend sind diese Grundannahmen in den ersten Lebensjahren eines Kindes, wo bestimmte erzieherische Aufgaben erfolgreich absolviert werden müssen. Auch Auswirkungen bestimmter Erziehungsfehler können auf der Grundlage von Freuds Erkenntnisse erklärt werden wie z.B. Vernachlässigung des Kindes, Verlust von Bezugspersonen, Unterdrückung von Triebwünschen, Verwöhnung und andere.

 

Quelle: Institut für Schulqualität und Bildungsforschung München, Fachlehrplan für Pädagogik/Psychologie an Fachoberschulen in der Ausbildungsrichtung Sozialwesen; Genehmigungsnummer VII/7-S 9410P1-6-7/32250

 

In der 11. Klasse werden im Fach Pädagogik/Psychologie zwei Schulaufgaben geschrieben.

 

Mit diesen Kenntnissen erhalten Sie zusammen mit den Erfahrungen aus der fachpraktischen Ausbildung eine anwendungsorientierte und fundierte Grundbildung im Unterrichtsfach Pädagogik/Psychologie.

 

Verfasst am 02.07.2009 von StRin Moser

 

Erstellt am 27.09.2009 von StR Kiefl