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Besuch der KZ-Gedenkstätte Dachau

Das 3. Reich ist ein Teil deutscher Geschichte, der dunkelste Teil. Ohne die Entwicklung zum Deutschen Reich von 1870/1871, den gesellschaftlichen Strukturen des Kaiserreichs, den Weg in den 1. Weltkrieg und das Scheitern der Weimarer Republik zu kennen, ist ein Verstehen der Katastrophe von 1945 nahezu unmöglich.

 

Der Geschichtsunterricht kann Dank modernster Materialien viele Einblicke in die oben genannten Bereiche geben.

 

Die Vermittlung eines tieferen Verständnisses des Terrorapparates der Nationalsozialisten und die perfide Perfektion dieses Apparates bleibt dem Unterricht in den Klassenzimmern aber meist verwehrt.

 

Aus diesem Grund, und weil es auch in unserem Hause Schülerinnen und Schüler gibt, die noch nie eine NS-Gedenkstätte besucht haben, und dies trotz einer meist langjährigen Schulkarriere, entschied sich die Fachschaft Geschichte/ Sozialkunde unseren Schülerinnen und Schülern eben diesen Besuch zu ermöglichen. Keine Schülerin und kein Schüler soll unsere Schule nach dem Abschluss verlassen, ohne eine NS-Gedenkstätte besucht zu haben. Darum fuhren wir in diesem Schuljahr mit allen Schülerinnen und Schüler der 12. Klassen in die KZ-Gedenkstätte nach Dachau, eine Fahrt mit fast 380 Schülerinnen und Schülern.

 


Warum haben wir Dachau gewählt? Es liegt auf der Hand, dass Dachau neben der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg im fahrbaren Bereich zu unserer Schule in Straubing liegt. Mauthausen oder gar die Vernichtungslager in Polen wären vom zeitlichen Rahmen her und ohne Übernachtung nicht machbar gewesen. Ohnehin haben einige Klassen diese Lager schon während der Klassenfahrten zu Beginn des Schuljahres besucht. Dachau bietet noch weitere wichtige didaktische Aspekte. Zum einen ist Dachau das erste Konzentrationslager der Nazis gewesen, und es diente als Modelllager. Hier wurde das System der Konzentrationslager entwickelt, die Wachmannschaften ausgebildet, die Karrieren berüchtigter Persönlichkeiten wie Rudolf Höss (späterer Kommandant des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau) begannen in Dachau, die Experimente an Menschen etc. Kurzum, Dachau ist ein perfekter Lernort, wenn es darum geht den rechtsfreien Raum des NS-Regimes zu vermitteln.

 

Wie aber beschäftigt man Schülerinnen und Schüler in einer solchen Gedenkstätte sinnvoll und zum größten Nutzen des Einzelnen? Mit einer derart großen Gruppe ist an eine oder auch mehrere Führung(en) nicht zu denken gewesen. Wir haben uns in der Fachschaft Geschichte/ Sozialkunde entschieden, die Schülerinnen und Schüler mit Arbeitsblättern auszustatten und das Gelände der KZ-Gedenkstätte Dachau mit den Ausstellungen selbstständig zu erkunden. Die Arbeitsblätter mit Lösung können als pdf-Dokument hier heruntergeladen werden.

 

> Arbeitsblätter KZ-Gedenkstätte Dachau

> Lösung Arbeitsblätter KZ-Gedenkstätte Dachau

 

Nachdem wir am 30. März 2007 morgens in Dachau ankamen, wurden unsere Schülerinnen und Schüler mit den besagten Arbeitsblättern versorgt und dann in die Gedenkstätte geführt. Alle betreuenden Lehrkräfte waren überwältigt mit welchem Eifer und Interesse unsere Schülerinnen und Schüler zu Werk gingen. Die zur Verfügung stehende Zeit, ca. 2 Stunden, war für die Bearbeitung der Arbeitsblätter denkbar knapp, zumal die Schülerinnen und Schüler im positiven Sinne sehr lange vor den einzelnen Tafeln in der Ausstellung verweilten. Im Falle einer Wiederholung des Besuchs in Dachau, muss für die Bearbeitung sprich den gesamten Besuch mehr Zeit eingeplant werden. Im Unterricht war zuvor der Themenkomplex „Konzentrationslager“ ausführlich behandelt worden. Die Arbeitsblätter werden im Unterricht von den Fachlehrkräften nachbereitet.

 

 

Ein Punkt, den es bei einer erneuten Exkursion nach Dachau vielleicht noch zu beachten gilt, ist die Jahreszeit. Aus unserer Sicht empfiehlt es sich nicht, während des Frühjahrs oder Sommers nach Dachau zu fahren. Ein trister, nasskalter Tag im Herbst unterstützt den Besuch an diesem Ort eher.

 

Für weitere die Fahrt betreffende Informationen stehe ich Kolleginnen und Kollegen aller Schularten gerne unter mocker(at)fosbos-straubing.de zur Verfügung.

 

Straubing, April 2007                               

StR Christian Mocker

Komm. Fachbetreuer
Geschichte und Sozialkunde