Im Dezember 2007 fragte Frau Blümel – Studentin am Lehrstuhl für Pädagogik in Regensburg – bei der Schulleitung an, ob sie nicht den praktischen Teil ihrer Diplomarbeit mit dem Thema „Welche Faktoren beeinflussen die Motivation im Praktikum (fpA)?“ im Fachbereich Pädagogik an unserer Schule durchführen dürfte. Nach einem Vorgespräch mit der Schulleitung über das Prozedere nahm Frau Blümel ihre empirische Studie auf.
Es wurden 188 Schüler aus acht Klassen der Fachoberschule über alle Ausbildungsrichtungen hinweg mittels Fragebogen erfasst. Im Mittelpunkt der Untersuchung stand die Fragestellung, wie Aufgaben beschaffen sein müssen, um die Lernmotivation der Praktikanten zu wecken bzw. aufrechtzuerhalten. Folgende Einflussgrößen wurden untersucht:
- Aufgabenvielfalt
- Anforderungspassung
- Aufgabenbedeutung
- Aufgabenkomplexität und
- Selbstständigkeit
Die Untersuchung hat ergeben, dass den stärksten Einfluss auf die Lernmotivation im Praktikum die Anforderungspassung zwischen dem Schwierigkeitsgrad der Aufgaben und eigenen Fähigkeiten, die Aufgabenvielfalt sowie die Aufgabenbedeutung im Sinne von verantwortungsvollen Tätigkeiten haben.
Ein Vergleich der Ergebnisse über die Ausbildungsrichtungen hinweg hat gezeigt, dass sich Gemeinsamkeiten ergeben, aber auch Unterschiede: So ist die Anforderungspassung, also ein realistisches, herausforderndes Anspruchsniveau, für Schüler aller Ausbildungsrichtungen ein zentraler motivierender Faktor. Für Schüler der Fachrichtungen Gestaltung, Soziales sowie Wirtschaft/Verwaltung/ Rechtpflege hat vor allem auch die Aufgabenbedeutung einen besonders entscheidenden Einfluss auf die Motivation im Praktikum.
Aber auch der Praktikumseinsatz in vielfältigen Wirtschaftsunternehmen und sozialen Einrichtungen ermöglicht es den Schülern, mit beruflichen Aufgaben konfrontiert zu werden, die von Echtheitscharakter getragen und für den Ablauf im Unternehmen bzw. in der Einrichtung bedeutsam sind. Um die Leistungs- und Lernmotivation grundsätzlich steigern zu können, empfiehlt die wissenschaftliche Forschungsliteratur insbesondere auch, dass Lernende zunehmend Verantwortung für ihr Handeln übernehmen sowie eine Förderung positiver Selbstbewertung erfahren.