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And The Wind Began to Howl – Projekt der Fachschaften Gestaltung und Englisch

 

Kennen Sie Robert Zimmermann? Nein? Sagt Ihnen nichts? Macht nichts. Hier ist sein Künstlername: Bob Dylan. Ja, natürlich kennen Sie ihn. Das war doch dieser näselnde Spargeltarzan. Protestsänger mit Wanderklampfe und schrägen Mundharmonikatönen. How many roads und so weiter. Richtig. Viele seiner Lieder sind schon zu seinen Lebzeiten (Er wird übrigens am 24. Mai 2011 70 Jahre alt: The times they are a-changing) zu Klassikern geworden. Aber wes Geistes Kind er wirklich ist, was ihn antrieb und immer noch umtreibt, ist nicht so leicht festzumachen.

 

Eines ist aber unbestreitbar: Der Mann ist ein Genie. Seine Musik ist gut, ja, aber seine Texte sind schlichtweg brilliant. Es verwundert nicht, dass er bereits für den Literaturnobelpreis nominiert war, denn bei den meisten seiner Liedtexte handelt es sich um hochkarätige Lyrik. Auf meine Anregung hin haben sich die Fachschaften Englisch (Frau Schrelle und meine Wenigkeit) und Gestaltung (Frau Gussor und Herr Ramershoven) für ein fächerübergreifendes Projekt in den Klassen 13G und 13GT zusammengetan: Die filmische Umsetzung (stop motion) eines Liedtextes des berühmten Barden. Wir wählten einen seiner rätselhaftesten Songs: All along the Watchtower, in der packenden Interpretation Version des legendären Jimi Hendrix. Lesen (und staunen) Sie:

 

“There must be some way out of here,” said the joker to the thief
“There’s too much confusion, I can’t get no relief
Businessmen, they drink my wine, plowmen dig my earth
None of them along the line know what any of it is worth”

 

“No reason to get excited,” the thief, he kindly spoke
“There are many here among us who feel that life is but a joke
But you and I, we’ve been through that, and this is not our fate
So let us not talk falsely now, the hour is getting late”

 

All along the watchtower, princes kept the view
While all the women came and went, barefoot servants, too

 

Outside in the distance a wildcat did growl
Two riders were approaching, the wind began to howl

 

Copyright © 1968 by Dwarf Music; renewed 1996 by Dwarf Music

 

Ein Charakteristikum wirklich guter Lyrik ist, dass sie sich nicht bis ins Detail deuten lässt. Ein unauflösbarer Kern bleibt, was einen Großteil ihres Reizes ausmacht. So auch hier: Wer ist der joker (Spaßmacher), wer der thief (Dieb)? Wo sind sie? Worüber unterhalten sie sich? Welche Prinzen und Frauen? Wer sind die Reiter? Wonach wird auf diesem Wachturm Ausschau gehalten, wer/was wird erwartet? Fragen über Fragen. Der Künstler selbst hat einmal gesagt, alles, was  in All along the Watchtower erzählt wird, geschehe in umgekehrter Reihenfolge. Der Schluss sei der Anfang und umgekehrt. Eine Aussage, die die nach Deutung Dürstenden kaum Erleichterung verschaffte, sie eher noch erschwerte.

 

Bild von Matthias Pielmeier, Klasse 13G – zum Vergrößern bitte anklicken.

 

Aber muss alles immer „rational erklärbar sein? Brauchen wir eine völlige, endgültige Gewissheit, was Dylan mit diesem Lied, vielleicht prophetisch, aussagen wollte. Ich denke: nein. Das Lied erlaubt viele Interpretationen.

 

Die beteiligten Lehrkräfte warteten gespannt, wie die SchülerInnen die komplexe Aufgabe, diesen Text in Verbindung mit der Musik von Jimi Hendrix visuell umzusetzen, meistern würden. Das Ergebnis, das anlässlich der 40-Jahr-Feier präsentiert wurde, ist umwerfend, um nicht zu sagen (kon-)genial.

 

Verfasst von Gerd Braunschläger, Fachbetreuer für das Fach Englisch   

 

Erstellt am 05.07.2011 von StR Kiefl