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Wirtschaftsinformatik



Was erwartet Sie im Wirtschaftsinformatik-Unterricht in der
Fachoberschule 11. Klasse Ausbildungsrichtung Wirtschaft?

 

Ziel des Faches Wirtschaftsinformatik ist es, problemlösendes Denken anhand unterschiedlicher wirtschaftlicher Aufgabenstellungen mithilfe von Standard- und Branchensoftware wie Microsoft Excel, Access, PowerPoint etc. zu fördern. Hierbei ist nicht das primäre Ziel, den Umgang mit dem PC zu schulen, sondern anwendungsorientierte Problemstellungen lösen zu können, wobei dennoch durch die Benutzung diverser Software die Beherrschung der Grundfunktionen des Betriebssystems vermittelt wird.

 

In diesem Zusammenhang lernen die SchülerInnen die Notwendigkeit einer strukturierten Vorgehensweise für die Problemlösung kennen und entwickeln Strategien für die Beschaffung, Verarbeitung und Präsentation von Informationen. Es wird besonders Wert darauf gelegt, dass die Schülerinnen und Schüler selbstständig mit der Software arbeiten und zusammen in Gruppen gemeinsam Lösungskonzepte erarbeiten und überprüfen.

 

Der Lehrplan im Fach Wirtschaftsinformatik ist in allen Jahrgangsstufen modular in Pflicht- und Wahlmodule aufgebaut. Mit diesem modularen Aufbau wird die Profilbildung der einzelnen Schule gestärkt und es ermöglicht den Lehrkräften, auf unterschiedliche Eingangsvoraussetzungen und Neigungen der Schülerinnen und Schüler besser eingehen zu können. Die Abfolge der Module und die Auswahl der Wahlmodule wird von der unterrichtenden Lehrkraft eigenverantwortlich gestaltet.

 

In der 11. Jahrgangsstufe umfasst der Lehrplan im Fach Wirtschaftsinformatik ein Pflicht- und vier Wahlmodule, von denen mindestens zwei verbindlich unterrichtet werden müssen.

 

Für die zwei Wochenstunden in der 11. Klasse der Fachoberschule stehen folgende Pflichtmodule (P) und Wahlmodule (W) im Lehrplan:

  • Tabellenkalkulation (P)
  • Kostenrechnung (W)
  • Finanzbuchführung (W)
  • Präsentationstechniken (W)
  • Datenaustausch/-integration (W)
 
Überblick über die Lerngebiete im Fach Wirtschaftsinformatik

Im Modul Tabellenkalkulation erlangen SchülerInnen die Fähigkeit, verschiedene betriebswirtschaftliche Problemstellungen zu lösen und grafisch darzustellen. In den Modulen Kostenrechnung und Finanzbuchführung lernen sie, wie Aufgaben aus dem Rechnungswesen praxisnah umgesetzt werden. Mithilfe des Moduls Präsentation erwerben die SchülerInnen die Fähigkeit, Referate vorzubereiten und mit modernen Techniken darzustellen.

 

Tabellenkalkulation

 

Mithilfe eines Tabellenkalkulationsprogrammes werden die anwendungsorientierten Einsatzmöglichkeiten wie ABC-Analyse, Kostenträgerstückrechnung, Angebotsvergleich etc. erarbeitet. In diesem Zusammenhang erkennt der Schüler die Notwendigkeit einer strukturierten Vorgehensweise in einer Modularisierung des Problems, wobei zur Problemanalyse und dem Lösungsentwurf neben der verbalen Formulierung die grafische Darstellung herangezogen wird.

 

Um die anstehenden Probleme lösen zu können, müssen die SchülerInnen die rechnerischen und grafischen Grundfunktionen der Applikation beherrschen wie z.B. das Anlegen und Verwalten von verschiedenen Arbeitsmappen, absolute und relative Bezüge sowie das Setzen von Bezügen auf andere Arbeitsblätter. Überdies soll der Einsatz geschachtelter Funktionen geschult werden, wobei unterschiedliche Lösungsstrategien miteinander verglichen und gemeinsam verbessert werden sollen.  

 

Im nächsten Schritt sollen die Tabellen so gestaltet werden, dass Arbeitsgänge mithilfe von Schaltflächen oder Makros automatisiert ablaufen können bzw. Veränderungen an bestimmten Parametern durch einfache Eingabe ermöglicht werden. Darüber hinaus sollen die SchülerInnen ihre Ergebnisse in Diagrammen wie Geschäftsgrafiken oder xy-Diagrammen anschaulich präsentieren.

 

Kostenrechnung

 

Die SchülerInnen setzen die Kostenstellen und Kostenarten für einen einfachen Betriebsabrechnungsbogen (BAB) fest und legen die Umlage-Schlüssel an. In diesem Zusammenhang werden die Ist-Kosten erfasst, der Betriebsabrechnungsbogen ausgewertet und die Ergebnisse daraus interpretiert und angemessen präsentiert. Anschließend werden die Kostenstellen für einen mehrstufigen BAB angelegt und ausgewertet. Diese Lerninhalte können zusammen mit dem Fach Betriebswirtschaftslehre fächerübergreifend unterrichtet werden.

 

Finanzbuchführung

 

Mithilfe einer Standardsoftware lösen die SchülerInnen einfache Buchführungsaufgaben am Computer und erkennen dabei die Unterschiede zur Schulbuchführung. Dabei sind folgende Lerninhalte zu vermitteln: Anlegen eines Mandatendatensatzes, Übernahme der Konten, Eröffnungsbuchungen, einfache Buchungen, Anlegen von Debitoren und Kreditoren, Buchen von Eingangs- und Ausgangsrechnungen sowie Zahlungseingänge und -ausgänge. In diesem Zusammenhang soll ein vollständiger Belegschaftsgang vom Einkauf bis zum Ausgleich der offenen Debitorenrechnung unter Skontoausnutzung erfolgen. Am Ende ist ein Jahresabschluss zu erstellen, auszuwerten und zu präsentieren. Eine fächerübergreifende Zusammenarbeit mit dem Fach Betriebswirtschaftslehre ist erwünscht und verknüpft beide Unterrichtsfächer.

 

Präsentationstechniken

 

Die SchülerInnen setzen sich zunächst mit den Grundregeln zur Gestaltung einer Bildschirmpräsentation auseinander. Dabei sind Kriterien wie angemessene Gliederung, Schriftgröße, Hintergrundfarbe, Seitenlayout, Visualisierung mit Diagrammen, Organigrammen etc. zu berücksichtigen. Im nächsten Schritt planen und erstellen Sie gemeinsam eine Präsentation unter Aufbereitung und Einbeziehung diverser Quellen, wobei hier auf das Urheberrecht und dessen Regeln eingegangen wird.

 

Die Schüler sollen in diesem Modul auch unterschiedliche Arten der Visualisierung ausprobieren, vergleichen und im Ergebnis ihre eigenen Präsentationen untereinander bewerten. Dieses Modul ist vor allem im Hinblick auf das zu haltende Fachreferat in der 12. Klasse von großer Bedeutung.

 

Datenaustausch

 

In der Praxis arbeitet man mit einer Vielzahl von Applikationen, die jeweils ein eigenes Dateiformat aufweisen. Der Schüler soll lernen diese Dateitypen erkennbar an den Dateiendungen den jeweiligen Anwendungen zuordnen zu können. Darüber hinaus ist gefragt, sich einen Einblick in die Möglichkeiten des Imports- und Exports von Datenbeständen aus unterschiedlichen Büroanwendungen heraus zu verschaffen und damit den Datenaustausch untereinander zu gewährleisten, jedoch auch dessen Grenzen zu erkennen. Beispiel hierfür wäre z.B. der Import bzw. Export eines Adressbuches. Das Modul behandelt aber auch Grafik-, Musik- oder Videoformate wie sie für das Modul Präsentationstechniken benötigt werden. Es soll geklärt werden, wie diese Formate bearbeitet, konvertiert, aufbereitet und in die gewünsche Anwendung integriert werden können.

 

Quelle: Institut für Schulqualität und Bildungsforschung München, Fachlehrplan für Wirtschaftsinformatik an Fachoberschulen in der Ausbildungsrichtung Wirtschaft und Verwaltung; Genehmigungsnummer VII.6-5S9410W1-6-7.77060

 

In der 11. Klasse werden im Fach Wirtschaftsinformatik zwei Kurzarbeiten geschrieben.

 

Mit diesen Kenntnissen und Fertigkeiten erhalten Sie eine anwendungsorientierte Ausbildung zu den Grundlagen der Wirtschaftsinformatik.