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Praktikum in Schweden 2017



Die Grundidee eines gemeinsamen Europas verliert mancher heutzutage schnell aus den Augen, da Protektionismus und nationale Interessen zunehmend in den Fokus politischer Entscheidungen rücken. Im gemeinsamen Erasmus-Projekt treten die Berufliche Oberschule in Straubing und das Yrkesgymnasiet in Umeå (Nordschweden) diesen Strömungen entgegen.

 

Im März dieses Jahres besuchte bereits eine Gruppe schwedischer Schüler die schuleigene Elektrowerkstatt in Straubing, um dort Stromkreisläufe und Schaltungen mit Relais zu installieren. Nun stand der Gegenbesuch in Umeå an, bei dem die niederbayerischen Schüler fachpraktische Fähigkeiten im Bereich der Holzbautechnik erwerben konnten. Man hatte sich zum Ziel gesetzt, ein Gartenhäuschen vollständig zu fertigen. Schulleiterin Doris Luttner war es zudem äußerst wichtig, den Schülern „die Möglichkeit zu eröffnen, ein anderes Land mit seinen Menschen und Gewohnheiten“ hautnah zu erleben. Da die Werkstätten in Umeå nur über eine begrenzte Kapazität verfügen, musste dies in zwei zeitlich getrennten, jeweils 5-tätgigen Fahrten geschehen.

 
PRAKTIKUM IN UMEÅ (Teil 1: 01.–05.05.2017)

Bereits um 04.15 Uhr trafen sich 9 Schüler der F11aT mit Projektleiter Felix Armbruster und Werkstattausbilder Johann Entner am Flughafen München, um zunächst nach Stockholm zu reisen. Von dort aus flogen Sie nach Umeå weiter, wo sie vom schwedischen Schulleiter Jesper Westman herzlich empfangen wurden.

 

Den Schülern wurde ziemlich schnell deutlich, dass es sich bei diesem Aufenthalt um keine Urlaubsreise handeln sollte: Nach einer Führung durch das Yrkesgymnasiet durften die Straubinger Schüler ihre Arbeitskleidung für die praktische Ausbildung anprobieren. Wer ein massives Holzhaus errichten will, benötigt nämlich eine entsprechende Arbeits- und Schutzausrüstung.

 

Sämtliche Werkstoffe und Maschinen waren von Werkstattausbilder Joachim Larsson bereits vorbereitet worden. Somit gingen unsere Schüler unter der Anleitung ihrer schwedischen Partner tatkräftig zu Werke. In der Ausbildungswerkstatt des Yrkesgymnasiets war fortan lautes Hämmern, Sägen und Schrauben zu hören. Mit viel Arbeitseifer und großem Elan konnte innerhalb dieser einen Woche bereits der Boden, die Seitenwände sowie der Dachstuhl des Holzhauses gefertigt werden – ein Ergebnis, das selbst Ausbilder Joachim Larsson kaum für möglich gehalten hätte.

 

Felix Armbruster bemerkte, dass „neben der fachpraktischen Tätigkeit eben auch die Unterbringung von Schülern in Gastfamilien und die gemeinsamen kulturellen Tätigkeiten zu einer intensiven Verflechtung der Teilnehmer beider Schulen führte“. Dazu gehörten ein Ausflug auf eine nahegelegene Elchfarm, eine Stadtführung durch Umeå, ein gemeinsames Abendessen an der Schule, u.v.m.

 

(Bilder zum Vergrößern anklicken)

 
PRAKTIKUM IN UMEÅ (Teil 2: 08.–12.05.2017)

In der darauffolgenden Woche durften 13 Schüler der F11bT die Reise nach Skandinavien antreten. Diesmal in Begleitung von Projektleiter Florian Griesbeck und Ausbilder Bernhard Fürst. Ziel war es, die geleistete Vorarbeit am Holzhaus möglichst zu Ende zu bringen. Alle Schüler zeigten dabei großen Einsatz und handwerkliches Geschick. „Je länger sie mit dem Werkstoff Holz arbeiteten und Maschinen wie Stichsägen, Zimmererhämmer oder Kreissägen benutzten, desto sicherer wurden Sie in deren Umgang“, betont Florian Griesbeck. Dies war auch nötig, denn schließlich mussten die Vorder- und Rückseite des Hauses sowie das komplette Dach gefertigt werden.

 

Als das Holzhaus schon fast fertig schien, hielt das schwedische Wetter noch eine letzte Bewährungsprobe bereit: In starkem Schneefall wurden die Außenwände in den landestypischen kupferroten und weißen Farben gestrichen. Das massive Gartenhaus, gefertigt in einer Zusammenarbeit von Schülern zweier europäischer Länder war fertig!

 

Ein mindestens genauso großes Erlebnis waren natürlich die kulturellen Eindrücke, die unsere Schüler während ihres Aufenthaltes sammeln durften. Besonders beeindruckend waren der freundliche und offene Umgang in einer Gesellschaft, die frei von Aggressionen zu sein scheint. So wuchsen schwedische und deutsche Schüler zu einer echten Gemeinschaft zusammen – ganz im Sinne des europäischen Gedankens, der bei dieser Reise spürbar und lebendig wurde.

 

(Bilder zum Vergrößern anklicken)

 

Verfasst und erstellt am 08.06.2017 von OStR Griesbeck