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Empathie und Inklusionsbewusstsein

Wie bewältigen Menschen mit besonderen Bedürfnissen ihren Alltag? Stimmt es tatsächlich, dass wir eine behindertengerechte Schule sind? Inwieweit würde sich mein Alltag ändern, wäre ich auf einen Rollstuhl angewiesen? Fragen wie diese standen einen Vormittag lang für die Schüler der 13. Jahrgangsstufe im Zentrum des Pädagogik/Psychologie-Unterrichts. Die Antworten versuchte die Klasse mittels eines „Experiments“ zu finden, bei dem sich einige Schüler in die Rolle eines Beeinträchtigten hineinversetzten. „Es ist dieser Perspektivwechsel, der vor allem in der Sonder- und Heilpädagogik wichtig ist, denn dadurch können die Schüler einen Einblick in die Lebenswirklichkeit beeinträchtigter Menschen, etwa in die eines Rollstuhlfahrers, eines Blinden, eines Hörbehinderten und eines Sprachbeeinträchtigten – wenigstens für einen Schulvormittag – erhalten“, erklärt OStRin Edith Fedeneder. Nur so wird für die jungen Erwachsenen auch „erfahr“- und erlebbar, mit welchen Herausforderungen und Einschränkungen Menschen mit Behinderung konfrontiert sind.

 

Laura, Schülerin der Klasse 13S, hatte sich freiwillig dazu bereit erklärt, einen „stummen Vormittag“ zu verbringen und erwartete keine allzu großen Veränderung ihres Schulalltags: Die Kommunikation verlaufe eben verstärkt über Mimik und Gestik, Gedanken müssten „nur“ niedergeschrieben werden und das „Ausgefragtwerden“ entfalle. Am Ende fiel das Resümee aber nicht mehr ganz so positiv aus, denn Laura musste immer erst warten, bis ein anderer (auch der Lehrer) bemerkte, dass sie mit ihm kommunizieren wollte, spontanes Reagieren, wie Gespräche mit Freunden, Mitarbeit im Unterricht oder „Flüche“ und andere Missfallensäußerungen war nicht möglich und das Notieren der Gedanken umständlich und zeitaufwändig! Lauras Fazit: „Ohne Block und Stift wird’s nix mit der Kommunikation! Da ist man ziemlich isoliert!“

 

Auch alle anderen Mitschüler waren an diesem Tag gefordert: Sie übernahmen für ihre Klassenkameraden die Rolle des „Assistenten“, um diese sicher durch den Schulalltag zu begleiten. Gefragt war dabei allerdings große Empathiefähigkeit: Der blinde Mitschüler etwa war beim Klassenzimmerwechsel oder in der Pause auf Begleitung angewiesen, vor allem, wenn die Wege neu waren.

 

Natürlich sahen es die Beeinträchtigten zunächst auch als Privileg, an diesem Tag z.B. den Lift und die übrigen behindertengerechten Ausstattungen der Schule benutzen zu dürfen. Nach dem Schultag allerdings waren sich alle darin einig, dass sich diese vermeintlichen „Vorteile“ nur im ersten Moment als solche entpuppten. Denn trotz vieler technischer Hilfsmittel sind die Barrieren und kleineren Hindernisse im Alltag oft schwer überwindbar. Es bedürfte sicherlich einer guten Organisation und einer gewissen Spitzfindigkeit, um diese Herausforderungen tagtäglich zu meistern, mutmaßten die Schüler. Auch wurde allen bewusst, dass der Verlust bestimmter Fähigkeiten den Betroffenen erst einmal vor unüberwindbar scheinende Hürden stellt. Umso größer wurde der Respekt vor Menschen, die trotz ihrer Beeinträchtigung den Alltag äußerst selbstbestimmt meister

 

Vor ganz neue Anforderungen und Probleme sahen sich bei dieser Aktion aber auch die Lehrer gestellt: Sie mussten „ihre“ Lerninhalte methodisch so aufbereiten, dass wirklich alle Schüler der Klasse, ob blind, hör- oder sprechunfähig, dem Unterricht folgen konnten. Umfassende Visualisierung und ausführliche Verbalisierung, verbunden mit lautem und deutlichem Sprechen und ständigem Blickkontakt aller Akteure im Klassenzimmer war deshalb das Gebot der Stunde: Ein „einfaches Kopfnicken“ zur Bestätigung einer richtigen Antwort reichte da nicht au

 

Der Gedanke der Inklusion wurde auf diese Weise sehr konkret erfahrbar und das „Experiment“ zeigte allen Beteiligten deutlich, dass „echte“ Inklusion enormer Anstrengungen beda

 

Verfasst von

OStRin Edith Fedeneder, Fachbetreuerin

StRin Julia Vogel, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit

 

Erstellt am 14.01.16 von StR Griesbeck