wähle eine Sprache:

kontaktiere uns:

Mehr Bewusstsein schaffen für das Thema Plastik - REthink: Start The Change!

Der Einfluss der Kunststofflobby

Seit Jahren kämpfen Umweltschutzorganisationen und die Politik für EU-weites Verbot bzw. Richtlinien zum beschränkten Gebrauch von Plastikverpackungen.

Jede Gesetzesinitiative hat jedoch die Hürde zu stemmen, sich gegen die „Kunststoff Lobby“ der 28 Mitgliedsstaaten der Union durchzusetzen. Der EU-Umweltkommissar Janesz Potocnik aus der Slowakei, wagte 2011 den Vorstoß für ein europaweites Verbot von Kunststofftragetaschen.¹ Ende 2013 konnte jedoch von einem tatsächlichen Verbot nicht mehr die Rede sein. Die deutschen Lobbyisten (vertreten durch den „Handelsverband Deutschland“) beriefen sich auf die EU-Wettbewerbsregel und argumentierten mit Aussagen wie:

1. Plastiktüten sind deutlich weniger umweltbelastend als oft verbreitet.
2. Deutschland ist mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 65 Plastiktüten Weltmeister im sparsamen Verbrauch (als Negativbeispiel werden die US-Amerikaner mit dem fünffachen Verbrauch genannt).
3. In Deutschland werden drei Viertel aller Plastiktüten wieder verwertet.
4. Ein Verbot mache keinen Sinn und gehe in eine völlig falsche Richtung.
5. Umweltbewusster geht es kaum!

Verbrauch von Plastiktüten

Tatsächlich ist Irland Weltmeister im sparsamen Verbrauch von Plastiktüten²

Potocniks Initiative betraf letztendlich nur Plastiktüten mit einer Wandstärke von weniger als 0,5 Millimeter, welche vorwiegend aus Asien importiert werden. Besonders die Firma „Papier Mettler“ (größter Plastiktütenhersteller Deutschlands) spielte bei dieser Entscheidung eine Rolle, da deren Produktion von einem Verbot nicht betroffen sei. Auch ein erweitertes Verbot könnte durch die Erhöhung der Wandstärke umgangen werden.

Verbote betreffen jedoch nicht nur Plastiktüten, sondern auch gefährliche Inhaltsstoffe wie Bisphenol A (BPA).³ Diese Chemikalie befindet sich beinahe in allen Verpackungen des Alltags. Wenn in den 30er Jahren Informationen über die schädlichen Inhaltsstoffe publik geworden wären, hätte die Industrie BPA wohl niemals auf den Markt gebracht. Die Kunststofflobby beruft sich auf Aussagen wie: „Dieser Stoff ist günstig und hat sich im Alltag bewährt“. Sie spielen hierbei auf Zeit, bis eine exakte Beweislage erwiesen wird. Bis dahin werden regelmäßig wissenschaftliche Studien untergraben und auf die Folgen für die Wirtschaft hingewiesen.⁴

Die Industrie lässt uns glauben, dass Kunststoff eine nachhaltige Sache sei und der enorme globale Gewinn nicht aufs Spiel gesetzt werden sollte. Kritische Fragen und vor allem deren Antworten sind genau das, was die Kunststofflobby verhindern will.

Autor: Benedikt Fries

Quellen:

  1. ¹http://www.tagesspiegel.de/themen/agenda/lobby-hoehlt-eu-plastiktuetenverbot-aus-sauber-eingetuetet/10832820.html
  2. ²http://www.vku.de/fileadmin/media/Bilder/Grafik_der_Woche/288_150427_Anzahl_Plastikt%C3%BCten_die_ein_Verbraucher_pro_Jahr_benutzt.jpg
  3. ³http://www.heilpraxisnet.de/naturheilpraxis/weichmacher-bisphenol-a-bedroht-unsere-gesundheit-90185344518.php
  4. ⁴http://www.br.de/fernsehen/das-erste/sendungen/report-muenchen/videos-und-manuskripte/eu-chemikalienregulierung100.html

REthink ist ein Projekt von

FOSBOS Straubing Logo

Was WIR tun, um Plastik zu vermeiden

"Ich nehme mein Essen in Glasbehältern mit, anstatt in Plastikboxen. Ebenso meine Getränke.  Beim Einkaufen sehe ich mich immer nach Papiertüten um, wenn ich eine brauche, ansonsten nehme ich die Sachen lose oder in einer mitgebrachten Stofftasche mit." - Maria Obermeier, Team "Design"

"Wenn ich einkaufen gehe nehme ich immer meine eigene Tasche mit. Ich vermeide es auch, Dinge zu kaufen, die innerhalb einer großen Verpackung noch einmal extra verpackt sind." - Nora Müller, Team "Experimente"

Präsentation von REthink