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Suchtkranken Hilfe zur Selbsthilfe leisten

Der Betreuungsverein 1:1 zu Gast an der Beruflichen Oberschule Straubing

 

Für alle 12. Klassen der FOS und BOS fand eine Suchtpräventionsveranstaltung in der schuleigenen Turnhalle statt, die von Daniel Teichert,  dem Suchtpräventionsbeauftragten der Schule, organisiert wurde. Damit alle 400 Schüler teilnehmen konnten,  gab es zwei 90-minütige Veranstaltungen einmal vor und einmal nach der Pause, auf die die Schüler aufgeteilt wurden. Für die Veranstaltung konnte der Straubinger Betreuungsverein 1:1 soziale Patenschaften e.V. gewonnen werden, der von den Mitarbeitern Herrn Winter und Frau Wiesmüller vertreten wurde.

 

In ihren Begrüßungen waren sich  Schulleiter Peter Söll und stellvertretende Schulleiterin Christina Schedlbauer darin einig, dass die Drogen-und Suchtproblematik vor der Schule nicht Halt mache und wir uns diesem Thema zum Wohle der Schüler immer wieder stellen müssten. Im Anschluss stellte Herr Winter den Verein und seine Arbeit vor. Der Verein, der im 2010 gegründet wurde, kümmert sich um suchtkranke Männer und Frauen, die dort Teilnehmer genannt werden. Die Mitarbeiter wollen ihre Teilnehmer dabei unterstützen, von den Suchtmitteln loszukommen bzw. deren Konsum zu reduzieren und mit ihnen gemeinsam an der selbstständigen Lebensführung zu arbeiten. Diese Hilfe zur Selbsthilfe kann u.a. die Anleitung bei der Körperpflege, beim Sauberhalten der Wohnung oder die Begleitung bei Behördengängen beinhalten. Außerdem entwickeln die Betreuer mit dem jeweiligen Teilnehmer eine Tages- und Wochenstruktur und gestalten gemeinsam diverse Freizeitaktivtäten. Der Verein habe auch schon einige Erfolgsergebnisse zu vermelden und Leute ganz von den Drogen weggebracht. Diese seien aber alle nach der Therapie aus Straubing weggezogen, um das alte Leben hinter sich lassen und einen Neustart wagen zu können.

 

Einer der momentanen Teilnehmer namens „Michi“  war auch anwesend und hat den Schülern seine persönliche Geschichte erzählt. Als Michi sehr offen über sein Schicksal sprach, herrschte im Saal absolute Stille und die Schüler hörten gebannt zu. Seine Drogenkarriere begann bereits mit 13 Jahren mit Cannabis und er griff  durch seine damaligen älteren Freunde schnell zu härteren Drogen, die zu einer fast siebenjährigen Heroinabhängigkeit führten.  Als er eher zufällig das Büro des Vereins 1:1 entdeckte, entschloss er sich schließlich, sich dort einfach einmal vorzustellen. Dort hat man geprüft  - und ist das Procedere bei 1:1 -, ob ein Hilfsangebot gemacht werden kann, und dann wurde ein Vertrag mit Michi geschlossen. Mittlerweile ist er seit fast einem Jahr dabei und weitgehend clean. Er ist dem Verein und besonders seiner Betreuerin Frau Wiesmüller sehr dankbar. Allein die Tatsache, dass es jemanden interessiert, wie es einem gehe, und jemand regelmäßig vorbeischaue, sei  laut Michi sehr wichtig. Vor allem die neuen Bindungen seien sehr positiv für ihn. Dann standen sowohl die Betreuer als auch Michi den Schülern für Fragen zur Verfügung. Dieses Angebot nahmen die Schüler gerne wahr und wollten beispielsweise wissen, wie sich das Verhältnis von Michi zu seinen Eltern darstelle, wie er seine Drogensituation finanzierte oder ob er während seiner Heroinsucht Suizidgedanken gehabt hätte. Außerdem erkundigten sich die Schüler bei den Betreuern, wie  sie diese Arbeit durchhielten und wie sie Ausgleich fänden. Dominik Winter informierte nach der ausgiebigen Fragerunde kurz über die Drogensituation in Straubing und klärte noch über Crystal Meth auf, das besonders aufgrund unserer Grenznähe zu Tschechien eine Bedrohung darstelle. Frau Wiesmüller warnte ergänzend vor sog. Kräutermischungen, deren Bestandteile legal seien und die man sich alle leicht im Internet bestellen könne. Beim Verein gab es bereits einen Fall eines Teilnehmers, der aufgrund dieser Kräutermischungen auf der Intensivstation endete und nur knapp mit dem Leben davonkam. Zuletzt  gab Winter den Schülern noch die Kontaktdaten des Vereins und animierte sie, das Angebot des Vereins an mögliche betroffene Freunde und Bekannte weiterzuleiten. Die Schüler wurden somit nicht nur aus erster Hand über Drogensucht informiert, sondern erhielten auch noch ein unverbindliches Hilfsangebot. Am Ende der Veranstaltung bedankte sich der Organisator Daniel Teichert mit Blumen und einer kleinen Spende herzlich bei den Referenten für ihre interessanten Beiträge und offenen Antworten. Insgesamt war es eine Veranstaltung mit beeindruckenden Inhalten, die von den Schülern mit großem Beifall belohnt wurde und die hoffentlich nachhaltig einen wertvollen Beitrag zur Suchtprävention an der FOS/BOS leistet.

 

Quelle: Straubinger Tagblatt vom 29.01.2015

 

Erstellt am 17.02.2015 von StR Kiefl