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Eine haarige Herausforderung



Gemeinsamer Projekttag der FOS/BOS – Alte Gemälde in die heutige Zeit übersetzt

 

Einmal Italien verkörpern – einmal so aussehen wie Marie Antoinette: Sieben Schüler der Klasse Friseure 12 der Joseph-von-Fraunhofer-Schule, Staatliche Berufsschule I, flochten, glätteten und lockten gestern ihren Mitschülerinnen die Haare und schminkten sie nach dem Vorbild alter Gemälde. Die Gestalter der FOS fotografierten die Models und gestalten nun eine Woche lang den Hintergrund. „Wir wollen die Bedeutung des Bildes, die Symbole und Farben von damals in die heutige Zeit transportieren“, erklärte Sabrina Hingel, Fachoberlehrerin Friseure, das gemeinschaftliche Projekt.

 

„Wir gestalten hier nur den Kopf“, sagt Sabrina Hingel und lacht, „das ist das Spannende: Wir wissen nicht, wie das Ergebnis aussieht“. Denn die Schüler des Gestaltungszweigs der FOS fotografieren später die Models und bearbeiten die Fotos samt Kleidung und Hintergrund nach ihren Vorstellungen auf dem PC. Als Vorlage für die Frisuren dienen den sieben Schülern der Staatlichen Berufsschule I, die in diesem Jahr ihren Gesellenbrief machen, die Gemälde „Italia und Germania“ aus dem frühen 19. Jahrhundert von Johann Friedrich Overbeck, „Simonetta Vespucci als Kleopatra“, gemalt von Piero di Cosimo im 15. Jahrhundert, und Marie Louise Élisabeth Vigée-Lebruns Selbstbildnis von 1790, auf dem sie ein Porträt von Marie Antoinette malt. Ziel war es, Gemälde auszuwählen, die nicht jeder gleich kennt. „Die große Herausforderung dabei war, Gemälde zu finden, bei denen sowohl die Frisuren als auch der Hintergrund spannend sind, für den gesamtkünstlerischen Anspruch.“

 

„Die Italiener waren früher neidisch auf die Deutschen“

 

Unterstützung erhalten die Schüler von drei Coaches aus dem Modeteam der Friseurinnung. Ramona Simmerl, Friseurmeisterin aus Deggendorf, hilft zwei Schülerinnen bei der Frisur der Germania aus Overbecks Gemälde. „Mit einem erhitzten Eisen hat man früher schon Locken gemacht“, erzählt die Friseurmeisterin. Model Jasmin hat blonde Strähnen im Haar: „Die Italiener waren früher neidisch auf die Deutschen, wegen der blonden Haare“, sagt Ramona Simmerl und grinst. Zum Beispiel mit Kamille habe man im Süden Europas versucht, sich die Haare aufzuhellen.

 

Zeitgleich schminkt Make-up-Artist Andrea Voggensberger Schülerin Sila zur Italia. Mit einer Feuchtigkeitspflege, Camouflage-Make-up und Mineralpuder ahmt sie das zarte Make-up auf dem rund 200 Jahre alten Gemälde nach. „Früher haben sich die Frauen mit Naturfarben geschminkt, als Lidstrich wurde zu

 

Sich fühlen wie die schönste Frau von Florenz

 

Für die Teilnahme an diesem Projekttag haben sich die Schüler der Staatlichen Berufsschule I bei Sabrina Hingel beworben. „Es ist eine Förderung für die guten Schüler, jeder erhält später ein Zertifikat.“ Sabrina Hingel unterstützt am Projekttag eine Schülerin, die die auffällige Frisur der Simonetta Vespucci auf einem Gemälde von Piero di Cosimo nachbildet. Simonetta Vespucci galt zu Lebzeiten als die schönste Frau von Florenz. „An dieser Frisur muss man am meisten tüfteln“, erklärt sie, während sie dem Model ein langes Haarteil an den Hinterkopf klipst. Extra für diese Frisur, die Simonetta Vespucci als Kleopatra trug, fertigten die Schüler einen drahtverstärkten Haarkranz an. „Damals trugen solche Leute fast ausschließlich Haarteile“, sagt Sabrina Hingel. Die eigenen Haare hingegen ließen sie sich fast nie schneiden, sie wurden krisselig. „Das war wiederum gut für Flechtfrisuren, die so besser hielten.“

 

Am Nachmittag fotografieren Schüler der elften Klasse der Ausbildungsrichtung Gestaltung der FOS die Haar-Models. „Das Bild ist wirklich nur ein Vorbild“, sagt Werkstatt-Ausbilderin Sascha Gratza, „die Schüler können ganz frei an das Thema rangehen“. Für das Gemälde „Italia und Germania“ versuchten sie sich an Modedesign und entwarfen Kleider aus Zeitungspapier, die sie schließlich bemalten. Statt mit Leinwand, Pinsel und Ölfarbe bilden die FOS-Schüler Italia und Germania – Sila und Jasmin – mit einer Nikon-Kamera ab. Während im Gemälde aus dem 19. Jahrhundert im Hintergrund eine italienische und eine deutsche Landschaft zu sehen sind, experimentieren die FOS-Schüler mit Zeitungsseiten. Das Ergebnis wird in einer Woche zu sehen sein.

 

Quelle: Straubinger Tagblatt vom 01.03.2016

 

Erstellt am 02.03.2016 von StR Griesbeck