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Qualitätsmanagement



Wie in der freien Wirtschaft gehört die prozessgesteuerte (Weiter-)Entwicklung zum Alltag vieler Schulen. Eine Vorreiterrolle haben diesbezüglich mitunter die Beruflichen Schulen übernommen, denn sie haben sich schon seit dem Jahr 2009 Gedanken darüber gemacht, wie der Qualitätsmanagement-Gedanke aus der freien Wirtschaft und dessen Sinn auf den schulischen Kontext übertragen werden kann. So entstand ein eigens für diese Schulart konzipiertes Tool, genannt QmbS (Qualitätsmanagement an beruflichen Schulen), das seit diesem Schuljahr auch an der FOS/BOS Straubing eingeführt wurde. Was das konkret bedeutet, erklärte Herr Hans B. Schmid, ehemalige Lehrkraft des beruflichen Schulwesens und langjähriger Mitarbeiter am Institut für Schulqualität und Bildungsforschung, dem Team der Fachbetreuer an der FOS/BOS Straubing. Die Schulleitung, allen voran OStDin Doris Luttner, freute sich, Herrn Schmid als Referenten gewinnen zu können; war er doch seit der Geburtsstunde von QmbS dabei.

 

Mit anschaulichen Beispielen stellte er die komplexen Wirkungsmechanismen und Steuerungsinstrumente vor. Die Idee liegt dabei in einem veränderten Verständnis davon, wie die Steuerung der Schule funktionieren soll: Wie beim Segeln kann letztlich nur der den richtigen Kurs halten, der stets die aktuelle Position im Auge hat. Denn will man ans Ziel, müssen die aktuellen Koordinaten stets überprüft werden. Das führt dazu, dass die Steuerung also nicht mehr als linearer und vielmehr als kreisförmiger, dynamischer Prozess verstanden werden soll. Konkret bedeutet das, dass die Schule selbst ihren Kurs in bestimmten Bereichen reguliert mithilfe verschiedener Messinstrumente, wie zum Beispiel der internen oder externen Evaluation. Viel wichtiger als diese Datenerhebungen ist jedoch die Zielsetzung: Schule soll sich verändern, und zwar jede in ihrem eigenen Tempo, in ihre eigene Richtung, soweit dies im Bereich des Möglichen liegt. Was so lapidar klingt, beinhaltet durchaus eine neue Idee von Schule – sind doch die Lernorte oftmals sehr gebunden an die bildungspolitischen Vorgaben, die nur bedingt an den schulischen Alltag einzelner Schulen angepasst werden können.

 

Zudem darf Qualitätsmanagement nicht missverstanden werden und in wilden Aktionismus oder in ein Füllen von Excel-Tabellen ausarten. Ausgangspunkt soll stets die Sicht des Lerners sein und nicht die Verfahren, die seit Generationen bisher eingesetzt worden sind. Schmid stellt heraus, dass es hier auch um Haltungen, um eine neue Art des Kommunizierens im Bereich Schule geht: „Das Einzige, was geeignet wäre, Haltungen zu verändern, ist (…), andere Menschen einzuladen, zu inspirieren, sie zu ermutigen und noch einmal neue Erfahrungen zu machen“, zitiert er Prof. Dr. Hüther, Neurobiologe an der Universität in Göttingen. Diese Motivationsstrategie gibt er den Zuhörern mit auf den Weg. Nur so sei es in seinen Augen möglich, das neue Qualitätsverständnis zu entwickeln. Der Startschuss für die FOS/BOS Straubing wird dazu am schulinternen pädagogischen Tag gegeben. Wünschenswert von Seiten des Kollegiums wäre nun, dass dieses neue Programm auch die Aufmerksamkeit bekommt, die es verdient – nicht nur in sachlicher, sondern auch finanzieller Hinsicht.

 

Verfasst von StRin Julia Vogel, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit


Erstellt am 28.10.2015 von StR Griesbeck