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Der Betreuungsverein 1:1 unterstützt Suchtkranke im Großraum Straubing. Ebenso haben es sich die Verantwortlichen zum Ziel gemacht, junge Menschen über die Gefahr von Drogen aufzuklären. Kürzlich besuchte der Verein die Berufliche Oberschule und brachte einen besonderen Gast mit.

 

„Erst, wenn es bei dir selbst ‚klick‘ macht“, sagt Markus (Name geändert), „erst dann kannst du dich aus dem Teufelskreis befreien.“ Er war acht Jahre lang drogenabhängig und hat bis auf Heroin und Kokain so ziemlich alles ausprobiert. Umso mutiger, sich vor 180 Schüler zu stellen und deren Fragen zu beantworten. Markus sagt, das sei auch eine Form der Therapie für ihn, denn wenn er darüber spricht - so hofft er - könne er die vergangenen acht Jahre und das, was währenddessen passiert ist, verarbeiten. An Vieles könne er sich auch nur noch schemenhaft erinnern.

 

Auf diese denkbar direkteste Art und Weise, den Schülern deutlich zu machen, dass Drogen enormes Suchtpotenzial bergen und deswegen so unberechenbar sind, hat Markus bei den Schülern der 12. Klassen FOS und BOS kürzlich genau ins Schwarze getroffen. Viele Fragen im Rahmen dieser Suchtpräventionsveranstaltung thematisierten, wie es überhaupt dazu kam, dass er drogenabhängig wurde. Eine traurige Geschichte: Der eigene Bruder brachte ihn dazu, der selbst heroinabhängig ist und dem Markus schon einige Male das Leben retten musste. Deswegen ist Markus auch froh, dass dieser mittlerweile im Gefängnis sitzt, denn dort sei er wenigstens aufgehoben. Er wünscht sich für ihn nichts mehr, als dass er auch von dem Zeug loskommt und er ihm vielleicht auch durch seinen geglückten Entzug ein Vorbild sein kann. Solche Aussagen erschütterten die Zuhörer. Eingerahmt und begleitet wurde diese offene Runde vom Betreuungsverein 1:1, der Suchtkranke im Großraum Straubing dabei unterstützt, von den Drogen wegzukommen und sie bei ihrem neuen Leben begleitet.

 

Schon zum zweiten Mal konnte der Drogenpräventionsbeauftragte der Beruflichen Oberschule, Daniel Teichert, das eingespielte und fachlich kompetente Team für einen Gastvortrag gewinnen. Das neueste Projekt des Vereins lässt es mittlerweile zu, dass die ehemaligen Suchtkranken auf einem Bauernhof in ländlich-ruhiger Atmosphäre wieder zu sich selbst finden können. Der Kontakt zu Tieren und zu geregelter, ehrlicher Arbeit sei dort, begleitet von Sozialpädagogen und anderem Fachpersonal, gut möglich.

 

Auch sehen es Katharina Wiesmüller und Günther Petzko als ihre Aufgabe an, vor allem vor den äußerst gefährlichen Badesalzen und Kräutermischungen zu warnen, deren Bestandteile zwar legal seien und die man sich alle leicht im Internet bestellen könne, deren Wirkung aber aufgrund der willkürlichen, beliebigen Zusammensetzung durch die Dealer nicht eingeschätzt werden kann. Beim Verein gab es bereits einen Fall eines Teilnehmers, der aufgrund dieser Kräutermischungen auf der Intensivstation endete und nur knapp mit dem Leben davonkam.

 

Die Referenten gaben den Schülern auch die Kontaktdaten des Vereins und animierten sie, das Angebot an mögliche betroffene Freunde und Bekannte weiterzuleiten.

 

Die Schüler wurden somit nicht nur aus erster Hand über Drogensucht informiert, sondern erhielten zugleich auch ein unverbindliches Hilfsangebot. Denn auch wenn man gerne die Augen davor verschließt, ein Großteil der jungen Erwachsenen kommt im Laufe der Zeit in Kontakt mit Drogen. Umso wichtiger werden präventive Maßnahmen wie diese, bestätigte Daniel Teichert.

 

Straubinger Tagblatt vom 24.02.2016


Erstellt am 24.02.2016 von StR Griesbeck