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Inspirationen in Beige und Grün



FOS-Schüler beschäftigen sich gestalterisch mit ausgemusterten Polizeiuniformen

 

Die Assoziation, die jeder mit der Kombination Grün/Beige hat, ist sofort da, wenn man den Werkraum der Fachoberschule am Stadtgraben betritt. Aber hier ist keine Polizeiwache, „in die eine Bombe eingeschlagen hat“, sondern das ist das kreative Chaos, in dem Schüler des Zweigs Gestaltung ausgemusterte Polizeiuniformen auftrennen, verkleben, verweben und irgendwie ganz anders neu zusammensetzen. Das Praxishalbjahr findet in Kooperation mit den Werkstätten der Barmherzigen Brüder statt, die bayernweit aus alten Uniformen, die gegen neue blaue getauscht werden, Sporttaschen, Rucksäcke oder andere modische Begleiter nähen (wir berichteten). Diese Kreationen sind alle „tragbar und alltagstauglich“, die Schüler der FOS machen „die Kür“ dazu, wie Judith Wagner bildlich erklärt.

 

„Eine Tasche zu nähen, kommt jedem als erstes in den Sinn“, erklären die Lehrer. Aber genau das will man nicht haben. Neue Ideen, die gern auch abgehoben oder abstrus sein dürfen, sind gesucht. Ausprobieren – mit und ohne Gedanken dabei – steht jetzt am Anfang des Projekts im Vordergrund.

 

Drei Gruppen à 15 Schüler beschäftigen sich in ihrem Praxishalbjahr blockweise mit Hosen, Hemden, Jacken, Mützen, Sporthosen und Regenjacken. Gerade setzt sich die Gruppe von Simon Fromm und Sascha Gratzer mit der Frage „Was ist Textil?“ auseinander und wie oder wo man damit arbeiten kann. Zur Ideenfindung war man in der Stadt unterwegs. Am Laga-Gelände spielte man zum Beispiel mit der Idee eines Sonnenschutzes am Eisweiher. Aber vielleicht auch etwas Sinnfreies, wie eine warme Textilverkleidung für eine Straßenampel, geistert durch die Gestalterköpfe. „Hauptsache nicht an der Täschchenidee festklammern!“

 

Nähverbot für die Kreativität

 

Die zweite Gruppe von Petra Lummer und Judith Wagner bekommt dafür sogar ein Nähverbot. Die Gestalter sollen ganz praktisch ausprobieren, auf wie viele andere Arten sich unterschiedliche Textilien verbinden lassen. Die alten Uniformen empfinden die Schüler ganz unterschiedlich. Der erste meint, die Farben seien total hässlich, die nächste widerspricht ihm da sofort, es seien halt Farben in Herbst- und Winterstimmung. Wieder ein anderer Schüler betont, wie „hochwertig Polizeiklamotten sind“.

 

Wie man Inspirationen bekommt und wie man an diesen Findungsprozess herangehen kann, sind die wichtigsten Ziele des Praxishalbjahres. Wenn dabei eine Idee herauskommt, die in den Werkstätten der Barmherzigen Brüder aufgegriffen werden kann, umso besser, freut sich Max Messemer, der das Projekt angestoßen hat.

 

Gerade wurden „sechs Schichten Hemden übereinander verleimt und getrocknet“ und daraus Schlüsselanhänger in Blattform ausgeschnitten. Zwei andere Schülerinnen verweben ehemalige Rollkragenpullis, die in Streifen geschnitten wurden, „könnte ein Badezimmervorleger werden“.

 

„David Bowie“ inspiriert zum Stuhlüberzieher

 

Drei weitere Schülerinnen sieht man kaum hinter einem großen Werktisch. Sie verkleben Stoffstreifen zu starren Netzen. Da gibt es noch keine Idee, was das einmal werden könnte, aber die Idee soll ja im Entstehungsprozess geboren werden. Zum Beispiel hat sich eine Zweiergruppe den Arbeitstitel „David Bowie“ gewählt. Unter dem Künstlernamen soll ein Stuhlüberzieher entstehen, aber wie genau der aussehen soll, ist noch nicht klar. Jetzt werden erst einmal beige Hemden aufgetrennt, um viel Fläche zu erhalten, mit der man arbeiten kann und um möglichst bei der einfachen Tätigkeit in Ruhe eine Idee zu finden.

 

Und eine Gruppe kümmert sich um die Fundsachen aus den abgelegten Kleidungstücken. Ein Kurzfilm soll entstehen aus einem AOK-Kuli, dem Abrissstück eines Strafzettelblocks, zwei Sterbebildern und einem Schlüsselmäppchen mit Cent-Stücken. Auch hier gilt: „Komplett etwas anderes daraus machen“.

 

Straubinger Stadtblatt vom 09.03.2017


Erstellt am 09.03.2017 von OStR Griesbeck