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Die Berufsoberschule (BOS) ist ein Garant für die Durchlässigkeit des Bildungssystems

 

Viele Wege führen zum Ziel, sprich zur Hochschulreife. Einer davon ist der Besuch der Beruflichen Oberschule. Seit 1970 gibt es in Straubing diese Schulart – bestehend aus Staatlicher Fachoberschule (FOS) und Berufsoberschule (BOS). Die jeweiligen Klassen sind strikt getrennt, die Abschlussprüfungen jedoch identisch. Während man sich an der FOS seit Jahren über steigende Schülerzahlen freut, sind an der BOS noch Kapazitäten frei. Das entspricht dem bayernweiten Trend, dessen Ursache in der entspannten Arbeitsmarktsituation zu suchen ist: Wer einen guten Job hat, gibt ihn nicht so leicht auf, um noch mal die Schulbank zu drücken. Deshalb möchte Schulleiterin Doris Luttner gerne das ganz spezielle Angebot der BOS vorstellen.

 

Für wen ist die Berufsoberschule geeignet? „Grundsätzlich für alle mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung und einem mittleren Schulabschluss“, verdeutlichen Doris Luttner und stellvertretender Schulleiter Christian Steibl. „In den Fächern Deutsch, Englisch und Mathe muss der Notendurchschnitt bei mindestens 3,5 liegen.“ Je nach Ausbildungsberuf wird man den Bereichen Sozialwesen, Technik oder Wirtschaft zugeordnet. Während die FOS zwei Schuljahre vorschreibt, kann man an der BOS theoretisch nach einem Jahr die Abiturprüfung ablegen. „Und weil die Schüler ohnehin aus dem Beruf kommen, sind auch keine Praktika vorgesehen“, erläutert Doris Luttner weiter.

 

Die meisten Schüler entscheiden sich jedoch für den Besuch der Jahrgangsstufen 12 und 13 und erhalten nach bestandener Abschlussprüfung die fachgebundene Hochschulreife. Wer sich dazu noch eine zweite Fremdsprache aneignet, kann auch die allgemeine Hochschulreife erlangen. „Wenn jemand seine Schulzeit schon lange hinter sich gelassen hat und aus dem Lernen raus ist, empfehlen wir zusätzlich den Besuch unserer Vorklasse. Sie dient der Vorbereitung auf die Jahrgangsstufe 12“, unterstreicht Christian Steibl. So ist es auch kein Wunder, dass das Alter der BOS-Schüler nach oben hin keine Grenzen kennt. „Die Jüngsten sind 18, doch wir haben hier auch schon über 40-Jährige unterrichtet“, fügt Beratungslehrer Christian Mocker hinzu.

 

„43 Prozent der Studenten an den Hochschulen kommen mittlerweile aus dem beruflichen Bereich“, betont Klaus Vietze, Ministerialbeauftragter für Berufliche Oberschulen Ostbayern und Leiter der Beruflichen Oberschule Straubing. Für die BOS-Schüler sei ein Studium das erklärte Ziel. „Dementsprechend ehrgeizig gehen sie an die Sache ran und sind auch später an den Hochschulen sehr erfolgreich“, freut sich Vietze. Die Durchfallquote bei der Abi-Prüfung sei extrem niedrig. Aktuell besuchen die FOS 663 Schüler, an der BOS sind es 128. „Die Berufliche Oberschule genießt einen guten Ruf in Straubing“, ist Vietze überzeugt. Der beste Werbeträger sei dabei die Ausbildungsrichtung Gestaltung an der FOS.

 

„Immer mehr Eltern wünschen sich, dass ihr Kind Abitur macht“, sagt Klaus Vietze. Die entscheidenden Weichen dafür bereits in der vierten Klasse zu stellen, sei oft schwierig. „Da können wir beruhigen: Diese Entscheidung kann auch später getroffen werden. Wir sind ein Garant für die Durchlässigkeit des Bildungssystems. Das nimmt großen Druck aus den Familien.“ Der Unterricht an der BOS sei zu jeweils 50 Prozent allgemeinbildend und je nach Ausbildungsrichtung profilbildend. Dreimal pro Woche findet Nachmittagsunterricht statt. Die Ausstattung der Schule kann sich sehen lassen: Zwei vollständig eingerichtete Mac-Labore auf modernstem Stand, eine neue Zweifachturnhalle, ein neuer Chemiesaal, Bibliothek, Kantine und ein sonniger Pausenhof sowie das Foto- und Filmstudio der Berufsschule I in der Außenstelle Bogen, das mitbenutzt werden kann.

 

Der gute Ruf der Schule, die Ausstattung und die Nähe zum Bahnhof sorgen dafür, dass die Schüler aus einem weiten Umkreis nach Straubing kommen. „Viele bleiben auch danach zum Studieren in der Region“, sagt Christian Steibl und verweist auf Kooperationen mit der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg und dem TUM-Schulcluster. Anfang des Schuljahres hat man die Flüchtlingsklasse von der Berufsschule II übernommen und damit gute Erfahrungen gemacht. Integration ist für die BOS kein neues Thema, in dem Schulgebäude am Stadtgraben kommen junge Menschen aus 18 Nationen zusammen, um gemeinsam zu lernen. Speziell bei der Flüchtlingsklasse gehe es darum, den Schülern die deutsche Sprache und das hiesige Wertesystem zu vermitteln, um sie so rasch wie möglich in eine Ausbildung zu bringen.

 

Im März findet die Anmeldung für das nächste Schuljahr an der BOS statt. Doris Luttner verweist noch auf die Möglichkeit, Bafög zu beantragen. Für BOS-Schüler sei es unabhängig vom Einkommen der Eltern und müsse auch nicht zurückgezahlt werden.

 

Straubinger Tagblatt vom 22.12.2016


Erstellt am 22.12.2016 von StR Griesbeck