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Wo liegen deine Süchte?



Suchtprävention an der Beruflichen Oberschule

 

Der Kaffee am Morgen, das Bier nach Feierabend, der Shoppingtrip am Wochenende, der Besuch einer Fast-Food-Kette… Mit diesen Beispielen wollte Sozialpädagoge Philipp Bayer im Rahmen einer Suchtpräventionsveranstaltung den Schülern der Beruflichen Oberschule Straubing ins Bewusstsein rufen, dass jeder seine „Süchte“ besitzt. Auch diese vermeintlich harmlosen Dinge tragen – genauso wie Drogen – zur Alltagsbewältigung bei und erfüllen somit für den jeweiligen Menschen einen gewissen Zweck, d.h. sie verschaffen Glücksgefühle, geben Bestätigung oder überbrücken einfach Langeweile.

 

Durch den interaktiven Vortragsstil Bayers wurden die Schüler aller zwölften Klassen mit Humor, aber auch durch Selbstreflexion gekonnt an das Thema Sucht herangeführt, sodass auch Schulleiterin Doris Luttner nach ihrer Begrüßung trotz weiterer Termine noch etwas länger blieb und dem Vortrag interessiert lauschte. Dann übernahm Florian (Name geändert), ein ehemaliger Suchtkranker, und erzählte von seiner „Drogenkarriere“. Ein fast unglaubliches Schicksal: Alkohol, Cannabis, Speed, Crystal Meth und Kräutermischungen zählten zu den Substanzen, die acht Jahre sein Leben bestimmten. Nur von Heroin ließ er die Finger, da er eine ihm nahestehende Person dreimal von einer Überdosis zurückholen musste. Aber auch er selbst stand oft am Abgrund, denn sein ganzes Leben schien ihm zu entgleiten, als er eine gut bezahlte Arbeitsstelle verlor, seine Beziehung zerbrach und auch die Familie den Kontakt abbrach. Doch all das schien nötig zu sein, damit es bei Florian den Schalter umlegte. Besonders schockierend war für ihn die Psychose, die sich zwar schon langsam andeutete, aber ihren Höhenpunkt erst während der Therapie erreichte. „Als ich zu mir kam, lag ich fixiert auf meinem Bett. Dieses Gefühl werde ich nie vergessen“, erinnert er sich immer noch sichtlich bewegt. Nun ist er bereits seit über 1,5 Jahren clean und beim Verein 1:1 in Straubing, der sich um (ehemalige) Suchtkranke in und um Straubing kümmert. Mit einer speziellen Ausbildung will er seine Erfahrungen in den Verein einbringen und als Bindeglied zwischen den Suchtkranken und Mitarbeitern des Vereins fungieren.

 

Schon zum dritten Mal konnte der Suchtpräventionsbeauftragte der Beruflichen Oberschule, Daniel Teichert, das eingespielte und fachlich kompetente Team des Vereins für einen Gastvortrag gewinnen. Dass sich diese Form der Suchtprävention bewährt, zeigten die vielen Fragen der Schüler an Florian und Herrn Bayer. Sie wollten beispielweise wissen, wie Florian seine Drogensucht finanzierte, was er tue, wenn er den Drang nach Drogen verspüre, oder wie man mit einem Suchtkranken im Freundeskreis am besten umgehen solle. Durch ihre Offenheit und Erfahrung leisteten die beiden Gäste einen wichtigen Beitrag zur Suchtprävention an der Beruflichen Oberschule.

 

Verfasst von StRin Julia Vogel, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit


Erstellt am 21.02.2017 von OStR Griesbeck