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Bar­rie­ren in den Köp­fen ab­bau­en



FOS/BOS er­hält als er­ste Strau­bin­ger Schu­le das Sig­net „Bay­ern bar­rie­ref­rei“

 

„Das Kopfsteinpflaster auf dem Stadtplatz.“ Franziska Eiglsperger muss nicht lange überlegen, wenn sie Hindernisse für Rollstuhlfahrer in Straubing aufzählen soll. Nachteile erfährt die Schülerin der FOS/BOS Straubing, die von Geburt an auf den Rollstuhl angewiesen ist, auch beim Weggehen am Abend: Viele Kneipen und Clubs in der Stadt sind nur über Stufen zu erreichen – für Rollstuhlfahrer ohne helfende Begleitung ein unüberwindliches Hindernis.

 

Da ist es gut, wenn man Freunde und Klassenkameraden dabei hat, die einem helfen. In den drei Jahren auf der Fachoberschule in Straubing habe das meistens prima funktioniert, sagt Eiglsperger, die gerade mit ihren Abiturprüfungen fertig ist. Die Bemühungen der FOS/BOS um die Herstellung von Chancengleichheit für alle Schüler wurden am Mittwoch mit der feierlichen Übergabe des Signets „Bayern barrierefrei“ gewürdigt.

 

„Barrierefreiheit bedeutet mehr als behindertengerechte Toiletten, Aufzüge und Akustikdecken“, erklärt Schulleiterin Doris Luttner die Philosophie der Schule. Man setze sich aktiv dafür ein, dass die Idee der Barrierefreiheit auch in den Köpfen der Schüler ankomme und im Schulalltag gelebt werde.

 

Nichtsdestotrotz haben Stadt und Landkreis als Sachaufwandsträger in den vergangenen Jahren auch viel Geld für die nötige Infrastruktur bereitgestellt, wie Landrat Josef Laumer hervorhebt. So wurden 2012 und 2013 fast 300 000 Euro für Aufzüge in Klassentrakt und Turnhalle ausgegeben; im Zuge der aktuell laufenden Gesamtsanierung werden außerdem für rund 170 000 Euro Akustikdecken eingebaut. Oberbürgermeister Markus Pannermayr würdigt das Engagement der gesamten Schulfamilie. Man habe immer gespürt, dass das Thema Barrierefreiheit den Verantwortlichen ein „inneres Anliegen“ sei. Dass sich die FOS/BOS damit als erste Straubinger Schule das Label „Bayern barrierefrei“ anheften darf, sei eine Auszeichnung für diese erfolgreiche Arbeit.

 

Wunschlos glücklich ist Franziska Eiglsperger dennoch nicht und gibt den Verantwortlichen gleich noch ein paar Verbesserungsvorschläge mit auf den Weg: „Die schweren Feuerschutztüren bringt man als Rollstuhlfahrer nicht auf.“ Automatische Türen mit einem Elektromagneten könnten hier Abhilfe schaffen. Ebenso wären Schiebetüren an den Behindertentoiletten eine Erleichterung. Landrat Laumer bedankt sich artig für die Anregungen: „Franziska schaut drauf, dass wir nicht ganz umsonst da sind.“

 

Straubinger Tagblatt vom 07.06.2018


Erstellt am 07.06.2018 von OStR Griesbeck