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Kein Störenfried, sondern Hilfslehrer



„Smartphones an der FOSBOS Straubing smart genutzt“

 

In Lehrerkreisen haben Smartphones nicht gerade die beste Reputation. Fast jeder Schüler hat eines und fast jeder Schüler ist deswegen schon ermahnt, wenn nicht sogar schon gemaßregelt worden. Die kleinen Computer geben immer wieder Geräusche von sich, unterbrechen Unterrichtsgespräche und sind dazu geeignet in jeder Weise den Besitzer vom Unterrichtsgegenstand abzulenken. Vorne spielt die Musik, doch unter der Bank spielen die Finger mit dem Touchpad… Kaum ein Schüler heute ist noch „ohne“, was auch daran zu erkennen ist, wenn bei Prüfungen auf dem Lehrerpult sich die Geräte aller Hersteller auftürmen.

 

Dass es auch anders geht und in den kleinen Wischflächen ungeahnte Möglichkeiten stecken, wurde kürzlich an der FOSBOS Straubing deutlich. StD Michael Feidel, der medienpädagogisch-informationstechnische Berater (MIB) der beruflichen Oberschulen des Bezirks Ostbayern klärte die Lehrerschaft über die ungeahnten Möglichkeiten der kleinen Computer in Schülerhand auf. Anstatt die nahezu bei jedem vorhandenen kleinen Wunderwerke der Technik zu verdammen, sollte man gerade als Lehrer die Potenziale, die in ihnen stecken, ausnutzen. Nahezu jede Form von Information ist heute im Internet zugänglich und im Gegensatz zu der noch häufig vorherrschenden Meinung sind das auch immer öfter seriöse Wissensquellen, die ohne viel Mühe zugänglich gemacht werden können. Anstatt etwa mühsam Texte oder Statistiken oder auch Karten und andere Anschauungsmaterialien für die Schüler in jeder Unterrichtsstunde neu zusammenzustellen, genüge es, auf die entsprechenden Internetseiten zu verweisen. Dabei wies Herr Feidel darauf hin, dass sich auch im Kultusministerium in den letzten Jahren ein Bewusstseinswandel vollzogen habe: Anstatt den Gebrauch der Smartphones möglichst einzuschränken, da die Angst vor Missbrauch und Unterschleif vorherrschte, geht man heute dazu über, die Selbstverständlichkeit der Benutzung der kleinen Geräte auch für den Unterricht nutzbar zu machen.

 

Es sei auch wenig sinnvoll, einen Mega-Trend wie die mobile Digitalisierung der Bevölkerung ausgerechnet in der Schule zu ignorieren. Damit natürlich alles in seriösen Bahnen verläuft, ist es notwendig, die sinnvollen und legalen Seiten von den vielen schwarzen Schafen im World Wide Web zu trennen. Eine große Erleichterung ergebe sich hier auch durch die sogenannten QR-Codes, die heutzutage von praktisch jedem Mobiltelefon blitzschnell eingelesen werden können und dem Laien optisch etwa von den selbst gedruckten Fahrausweisen der Deutschen Bahn bekannt sind. Anstatt teure Ressourcen zu vergeuden und etwa allgemein zugängliche Textquellen zeitintensiv zu vervielfältigen, reiche es aus, im Klassenzimmer einen Aushang mit den entsprechenden Quellcodes aufzuhängen und ihn in Sekundenschnelle von allen Schülern einscannen zu lassen. Bei der nahezu 100-prozentigen Versorgung der Schüler mit Smartphones habe dann in Windeseile praktisch jeder den Text buchstäblich in der Tasche. Wenn die Schule dann auch noch über ein internes drahtloses Netz (WLAN) verfügt, seien auch keine Verzögerungen durch zu langsame Übermittlung zu befürchten, selbst die oft befürchtete Strahlenbelastung, sei durch ein schulinternes Drahtlosnetz, wie Herr Feidel auf Nachfrage erklärte, sogar deutlich geringer. In so einem Falle käme man bei entsprechender Speichertechnik unter Umständen ganz ohne das Internet aus.

 

Bei aller Begeisterung müsse man allerdings auch einräumen, dass eine gründliche und verantwortungsvolle Medienerziehung Voraussetzung für die Nutzung der neuen digitalen Möglichkeiten wichtig sei. Ist auch bei den Lehrern die Hemmschwelle gegenüber der neuen Technik überwunden, so stelle sich auch für die Schüler ein wichtiger Nebeneffekt ein, da das Smartphone dann nicht nur ein „Gegenprogramm“ zum normalen Schulunterricht darstelle, sondern ein Gebrauchsgegenstand für die seriöse Informationsvermittlung sei. Am Ende der Veranstaltung waren auch die anfangs skeptischeren Lehrkräfte dazu animiert, einige der praktischen Ratschläge des Referenten schnellstmöglich selbst in die Praxis umzusetzen.

 

Verfasst von StDin Andrea Buchsteiner-Bromme


Erstellt am 19.12.2017 von OStR Griesbeck