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Ein Pionier der Fachoberschulen



OBERSTUDIENDIREKTOR A.D. KARL JOSEF WEIß WIRD 85

 

„Einen völlig untypischen Chef“ nannte der damalige Personalratsvorsitzende des FOS/BOS-Lehrerkollegiums Konrad Siegmund 1997 Karl Josef Weiß bei dessen Verabschiedung in den Ruhestand. Weiß, von 1972 bis 1989 stellvertretender Leiter der Fachoberschule und von 1989 bis 1997 deren Chef, sei nie ein autoritärer Kommandeur gewesen. Er habe größten Wert auf Eigeninitiative gelegt, ein großes Maß an pädagogischer Freiheit gewährt und allen ermöglicht, eigene Ideen zu verwirklichen. Obendrein gilt Weiß als einer der Pioniere der Fachoberschule. Am heutigen Samstag, 20. Juli, wird Karl Josef Weiß 85 Jahre alt.

 

Die Kindheit im kriegsverbrannten Nürnberg, wo er geboren ist, die Schulzeit mit Entbehrungen, jedoch voller Freude an Sport und Klavierspiel, erste Begegnungen mit den Amerikanern als freundlichen Besatzern, die Studienzeit, die einen einjährigen Amerika-Aufenthalt als Fulbright-Stipendiat beinhaltete. All das hat ihn fürs Leben geprägt.

 

Nach dem Abitur in Nürnberg studierte er Anglistik, Germanistik und Geschichte in Erlangen, erhielt das amerikanische Fulbright-Stipendium und durfte 1957/58 im Rahmen dieses Programms ohne Eigenkosten an der Universität von Rochester im Staat New York studieren. 1958 setzte er sein Studium an der Erlanger Universität fort. Seine Ausbildung zum Gymnasiallehrer schloss er 1961 ab.

 

Als Lehramtsassessor wurde er zuerst nach Regensburg versetzt. Ab 1962 unterrichtete er am Deutschen Gymnasium Straubing, das später den Namen „Anton-Bruckner-Gymnasium“ erhielt. 1972/73 wechselte er an die inzwischen staatlich gewordene Fachoberschule, wo er zum Ständigen Vertreter des Schulleiters ernannt wurde.

 

Nach dem plötzlichen Tod Helmut Thums wurde er dessen Nachfolger als Schulleiter. Mit Errichtung einer dritten Dienststelle des Ministerialbeauftragten in Bayern 1994 wurde er Oberstudiendirektor und ständiger Vertreter des Ministerialbeauftragten sowie Stellvertreter des MB in seiner Eigenschaft als Leiter der Fachoberschule. 1997 trat er nach über 40 Dienstjahren in den Ruhestand.

 

1972 bat ihn der Herausgeber einer Buchreihe für Fachoberschulen, ein deutsches Sprachbuch für diese Schulart abzufassen. Vier Jahre später erschien „Sprechen - Schreiben - Unterscheiden“. Abgelöst wurde es 1982 durch das Lehr- und Arbeitsbuch für den Deutschunterricht der Sekundarstufe II mit dem Titel „Sprache und Text“, für das Weiß seinem Kollegen Helmut Erwert vom Bruckner-Gymnasium die Hauptverantwortung übertragen hatte und das dann auch an bayerischen Gymnasien lernmittelfrei genehmigt wurde. Unter seiner eigenen Regie erschien 1986 das Lehr- und Arbeitsbuch für den Literaturunterricht der Sekundarstufe II mit Titel „Literatur und Text“.

 

Nicht nur beruflich, auch privat hat Weiß in Straubing sein Glück gefunden, aber auch Schicksalsschläge erlebt. Ein Jahr nach seiner Versetzung nach Straubing hatte er die Tochter des Buchbindermeisters Wünsche geheiratet. Aus der Ehe, die 1976 geschieden wurde, gingen zwei Töchter hervor. 1980 heiratete er zum zweiten Mal. Seine Frau starb 2008 völlig unerwartet und ließ ihn fassungslos zurück.

 

Freude und Trost fand er, als er sich einem Hobby aus Kindheitstagen zuwandte. Er verfasste Gedichte und Geschichten. Sein erstes belletristisches Buch „Gereimtes und Ungereimtes“ konnte er 1997 im Sparkassensaal einem begeisterten Auditorium vorstellen. 2008 erschien sein zweites belletristisches Buch mit ernsten und heiteren Gedichten und Geschichten aus der Kriegs- und Nachkriegszeit sowie mit verschiedenen Impressionen aus Straubing und Niederbayern, „Von der Nürnberger Burg zum Straubinger Stadtturm“.

 

Monika Schneider-Stranninger

 

Straubinger Tagblatt vom 20.07.2019


Erstellt am 22.07.2019 von OStR Griesbeck