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Gedenken an die Opfer der NS-Euthanasie



Schülerinnen der FOS/BOS stellen ihr künstlerisches Konzept im Pulverturm vor

 

Sie waren behindert oder psychisch krank – und passten deshalb nicht in das rassistische Weltbild der Nationalsozialisten. 360 Menschen mit Behinderung fielen zwischen 1940 und 1945 allein in Straubing dem NS-Euthanasieprogramm zum Opfer. Mit diesen erschütternden Vorgängen setzt sich die FOS fachübergreifend seit einigen Monaten auseinander. Schülerinnen des Bereichs Gestaltung geben nun Einblicke zu den umfangreichen künstlerischen Prozessen im Rahmen des Projekts – am Mittwoch, 3. Juli, um 20.30 Uhr im Pulverturm.

 

„T4 – Keine Ahnung? Euthanasie während der NS-Zeit“: So lautet der Titel des Projekts, das Teil der langjährigen und intensiven Erinnerungsarbeit im Rahmen der Straubinger Partnerschaften für Demokratie ist. Für die Schüler des Bereichs Gestaltung lautete die Aufgabenstellung, ein bleibendes Zeichen der Erinnerung an die Opfer der NS-Euthanasie für den zentralen Gedenkort im Pulverturm zu schaffen. Verschiedene Entwicklungsphasen und Dynamiken in mehreren Klassen führten dazu, dass vier Schülerinnen die Arbeit unter Anleitung von Max Messemer in ihre Endfassung brachten. Dieser Entstehungsprozess soll nun den Besuchern der Veranstaltung am 3. Juli verdeutlicht werden. „Hierzu wird das Innere des Pulverturms zur Projektionsfläche der umfangreichen Versuche und Experimente, mit Zeichnung, Malerei, Grafik, Relief und Typografie diesem grausamen Stück Geschichte ,ein Bild‘ zu geben. In diesem Arbeitsprozess hat sich schließlich eine ganz andere, ganz neue Form von Bildfindung entwickelt. Neue Medien wurden als Werkzeug für die Umsetzung eingesetzt“, erklärt Max Messemer, Lehrer an der FOS. Das Ergebnis der jungen Künstlerinnen ist ein Triptychon, bestehend aus drei Bronzetafeln, das im Oktober seinen Platz im Pulverturm finden wird. Die drei Tafeln tragen die Namen der 130 Menschen, die einst in der Pflegeanstalt der Barmherzigen Brüder untergebracht waren, deren Obhut sie das NS-Regime entriss, um sie anschließend zu ermorden.

 

Bei den 130 namentlich erwähnten Personen handelt es sich um jene, die ermittelt werden konnten und im Rahmen der sogenannten T4-Aktion ermordet wurden. Das geschaffene Kunstwerk steht aber auch symbolisch und stellvertretend für die Opfer der NS-Euthanasie, der Vernichtung „lebensunwerten Lebens“ in ihrer Gesamtheit.

 

Dieses Kunstwerk von jungen Menschen gestalten zu lassen, die ihren eigenen Zugang zum Thema finden, war ein Grundansatz des Projekts. Das enorme Engagement, das weit über den Unterrichtsrahmen reicht, die Emotionalität und den sensiblen Umgang mit dem Thema finden die Projektverantwortlichen zutiefst beeindruckend. Um sich einen emotionalen Eindruck dieser Werkgeschichte zu verschaffen, sind alle Bürger zur Veranstaltung eingeladen, die von Bürgermeisterin Maria Stelzl eröffnet wird. Die Straubinger Partnerschaften für Demokratie verfolgen auchmit diesem Projekt einen langfristigen und nachhaltigen Ansatz. Neben der FOS/BOS sind die Barmherzigen Brüder Straubing, Stadtarchivarin Dr. Dorit-Maria Krenn, der Leiter des Bezirksklinikums Mainkofen, Gerhard Schneider, sowie Schloss Hartheim (ehemalige Euthanasiestätte in Oberösterreich) in die umfangreiche Arbeit eingebunden. In den nächsten Jahren werden noch weitere Einzelprojekte zum Thema folgen. Zudem soll die Arbeit dokumentiert und für verschiedene Zielgruppen entsprechend aufbereitet werden.

 

Straubinger Tagblatt vom 22.06.2019


Erstellt am 25.06.2019 von OStR Griesbeck