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Amerikanischer Konsul besucht FOS/BOS



Es kommt nicht oft vor, dass hohe Staatsmänner fernab von offiziellen Anlässen den Weg in die Schule finden. Vom amerikanischen Generalkonsulat in München besuchte nun Konsul Stephen Ibelli die Straubinger Oberschule, um über die deutsch-amerikanischen Beziehungen zu sprechen. Sein Anliegen war es, den Schülern einen Einblick in die Welt der Diplomatie zu geben und für die deutsch-amerikanischen Beziehungen zu werben.

 

„Es ist mir eine besondere Ehre, Sie an unserer Schule willkommen zu heißen, Herr Ibelli!“, begrüßt die Schulleiterin Doris Luttner den Konsul. „Wir alle freuen uns auf ein interessantes Gespräch mit Ihnen.“ Und das war es auch: Ibelli gibt zunächst einen kurzen Überblick über die internationalen Beziehungen zwischen Ländern. Er erklärt den Schülern, dass die Grundlage für den Austausch und die Kommunikation zwischen Ländern, auch Reziprozität genannt, die Diplomatie sei. So haben die jeweiligen Länder nicht nur Botschaften, sondern auch mehrere Konsulate in den jeweilig anderen. In Deutschland gebe es beispielsweise insgesamt fünf amerikanische Konsulate (München, Frankfurt, Hamburg, Leipzig und Düsseldorf). Deutschland wiederum habe Konsulate in acht amerikanischen Städten, darunter New York, Miami, Atlanta und San Francisco. Dies zeuge auch davon, wie sehr die Länder international miteinander verwoben seien. Und an anderer Stelle hebt er hervor: 15 Prozent aller Amerikaner, also 45 der insgesamt knapp 300 Millionen Einwohner haben deutsche Wurzeln. Angesichts der zunehmend kritischen Stimmen in Bezug auf Amerika und dessen derzeitiger Weltpolitik betont er: „Please do not think that the relationship between our two countries is not good. It‘s good and it’s strong!“ Der Konsul ist bemüht, vor allem die verbindenden Elemente zwischen beiden Ländern hervorzuheben, beispielsweise die in seinen Augen durchaus nicht als selbstverständlich zu erachtende Tatsache, dass beide Länder Demokratien seien und die Bürger beider Länder in Freiheit leben. In den USA und in Deutschland sei es stets möglich, am politischen Prozess zu partizipieren, die eigene Religion frei auszuüben sowie die eigene Meinung zu äußern. Er verweist dabei auf die derzeitigen Zustände in China und Saudi Arabien.

 

Sowohl die kritischen Fragen der Schüler zum umstrittenen Präsidentschaftswahlsystem (Electoral College), zur Todesstrafe, der amerikanischen Waffenlobby NRA und zur Trumpschen Immigrationspolitik als auch persönliche Fragen zum Beruf eines Konsuls beantwortet er bereitwillig aus amerikanischer Perspektive. Und obwohl sein Land aus dem Pariser Abkommen ausgestiegen sei, hieße es nicht, dass sich Amerika nicht um Klimaschutz kümmere, hebt er hervor. Die Amerikaner konnten im Gegensatz zu China und Indien ihre Emissionen nicht unwesentlich reduzieren (15 Prozent). Zum Teil sei hier das Bild, das die Medien zeichneten, etwas verzerrt, so Ibelli.

 

Mit seiner anpackenden Art motivierte er auch die Schüler, bei Missständen selbst etwas zu verändern und Demokratie auch tatsächlich zu leben. Es sei ein sehr hohes Gut. Den Beruf des Diplomaten kann er auch empfehlen, aber nur für diejenigen, die flexibel sind und sich schnell anpassen können an neue Lebensumstände. Man dürfe nicht vergessen, dass auch die eigene Familie stets von den beruflichen Veränderungen betroffen sei. Seine nächste Station bringe ihn beispielswese nach Nigeria.

 

Verfasst von StRin Julia Vogel, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit


Erstellt am 11.12.2019 von OStR Griesbeck