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Umweltaktionstag



Skischuhe, Kleidung aus Viskose, Nägel aus Holz, Dämmmaterial, Büroartikel, Waschmittel und Polstermaterial aus Heu für Versandkartons. Frau Lehmann von C.A.R.M.E.N. e.V. (Centrales Agrar- Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.) stellt die unterschiedlichsten Gegenstände vor, die aus Biokunststoffen hergestellt wurden. Obwohl sie den Schülern aus den verschiedensten Bereichen des Alltags bekannt sind, sind sie mit bloßem Auge nicht von Kunststoffen aus Erdöl zu unterscheiden. Biokunststoffe, erklärt sie, können je nach Bedarf so designt werden, dass sie biologisch entweder schnell abbaubar sind oder sich auch nach langer Zeit nicht zersetzen. Ihre Ausstellung „Bioökonomie zum Anfassen“ war der Auftakt zum ganztägigen Umweltaktionstag an der FOS/BOS Straubing, der von der Lehrkraft Verena Biermeier für die Umweltbeauftragten aller Klassen organisiert wurde. Ziel dabei war es, das derzeitig große Engagement der Schüler beim Thema Umweltschutz und vor allem bei der Vermeidung von Plastik zu unterstützen.

 

An diesem Tag standen dementsprechend auch die Risiken von Mikroplastik und Weichmachern für Mensch, Tier und Umwelt im Fokus. Zudem verdeutlichte Prof. Dr. Joachim Hamberger, Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, in seinem Workshop, was genau man unter dem Begriff Nachhaltigkeit versteht und wie wichtig nachhaltiges Handeln für die zukünftigen Generationen ist. Hamberger, der auch an der FH Weihenstephan lehrt, schildert anhand zahlreicher anschaulicher Beispiele, dass die Handlungen und Einstellungen von Einzelnen stets das Umfeld beeinflussen. Jeder könne und müsse einen Beitrag zum Umweltschutz leisten, so der Professor. Er hebt auch hervor, welche Rolle dabei die Fridays for future-Bewegung spiele, denn der Klimawandel habe sich beispielsweise bereits in den 80er Jahren auf deutsche Wälder ausgewirkt. Mit seiner riesigen Oberfläche war er schon damals anfällig für Umwelteinflüsse wie den sauren Regen. Seit den 2000ern gilt er laut Forschern als bedroht. „Aber erst, wenn Themen gesamtgesellschaftlich wahrgenommen werden – wie es durch die neuen Umweltaktivisten geschehen ist –, handelt die Politik. Das ist das Einzige, was sie aufweckt.“ Dabei könne nachhaltiges Handeln stets nur ein Zielkompromiss sein zwischen wirtschaftlichen, ökonomischen und sozialen Interessen. Es sei kein Naturprinzip, sondern vielmehr ein ethisches, das kulturell begründet sei. Meist komme es jedoch leider erst nach schon geschehenen Katastrophen zum Tragen. Dann sei die Krise immer auch eine Chance zur Veränderung.

 

In der anschließenden Diskussion mit dem Umweltbeauftragten der Schule, Felix Armbruster, vertieften die Schüler ihr Wissen um vielen Facetten des Begriffs Nachhaltigkeit. Der rege Austausch führte dazu, über sinnvolle und wenig sinnvolle Maßnahmen zu sprechen, um Ressourcen zu schonen, regionale Wertschöpfungsketten zu schaffen und zu erhalten sowie ein Bewusstsein für Fragen der Nachhaltigkeit zu entwickeln. Dabei betont er: „Niemand kann zu nachhaltigem Verhalten gezwungen werden. Menschen müssen sich bewusst dafür oder dagegen entscheiden und im Zweifelsfall ihre Entscheidung vor ihrem Gewissen verantworten. Je mehr man jedoch über die Zusammenhänge zwischen individuellem Konsumverhalten und Ressourcenverbrauch erkennt, desto leichter fällt die Entscheidung für eine Verhaltensänderung zu verantwortungsbewusstem Konsum.“

 

Verfasst von StRin Julia Vogel, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit


Erstellt am 09.02.2020 von OStR Griesbeck