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Manchmal ist der Umweg der bessere Weg



Die Straubingerin Sonja Padberg ist neue Leiterin von Fachober- und Berufsoberschule

 

Sonja Padberg hat zum neuen Schuljahr die Leitung von Fachoberschule und Berufsoberschule übernommen. Sie ist Nachfolgerin von Doris Luttner, die in Ruhestand gegangen ist. Offiziell lautet ihr zugegeben sperriger Titel „ständige Vertreterin des Schulleiters und Ministerialbeauftragten“. Denn Ministerialbeauftragter (MB) Gottfried Wengel, der seinen Sitz in Straubing hat, ist für alle beruflichen Oberschulen Ostbayerns zuständig.

 

Die Verhältnisse vor Ort kennt Sonja Padberg aus dem Effeff, denn die vergangenen sieben Jahre war sie Mitarbeiterin eben dieser MB-Dienststelle, die aktuell in Räumen des Amtes für Landwirtschaft ihren Sitz hat. Jetzt hat sie die Chance ergriffen, sich auf die frei gewordene Stelle beworben und den Zuschlag erhalten. Dass sie sich damit einreiht in eine im Vergleich mit andernorts überdurchschnittlich hohe Zahl von weiblichen Schulleitern in Straubing, ist ihr bewusst. „Wir Frauen rücken nach“, sagt sie lachend, „und haben bewiesen, dass wir es können“. Ob es eine Frauenquote brauche, da hat sie ihre Zweifel.

 

Schülerfreundliche Lösungen finden

 

Sonja Padberg ist Straubingerin, hat ihr Abitur am Anton-Bruckner-Gymnasium abgelegt, von dem sie noch heute in den höchsten Tönen schwärmt. Sie hat den Wirtschaftszweig besucht („ich bin nicht so musikalisch“) und sich dort sehr wohlgefühlt. Schule ist in ihrer persönlichen Erinnerung rundum positiv besetzt. Und das will sie auch den Schülern an der FOS/BOS vermitteln. Eine simple Philosophie, die so simpel gar nicht ist: „Wir sind für die Schüler da.“ Eine Einbahnstraße ist das in ihren Augen nicht, denn sie setzt voraus, dass die Schüler sich anstrengen, einbringen und immer neu motivieren und – auch das ist ihr Credo – über allen Belastungen junger Leute heute die Freude am Leben nicht verlieren. Bei Problemen werde sie mit den Kollegen schülerfreundliche Lösungen finden, „aber geschenkt wird einem natürlich nichts“.

Vorab kann sie den rund 720 Schülern von FOS und BOS, die auf 32 Klassen in vier Schulzweigen (Technik, Gestalter, Soziales und Wirtschaft) aufgeteilt sind, schon mal ein positives Zeugnis ausstellen. Alle hielten sich ausnahmslos an die Corona-Hygienebestimmungen. „Es gibt keinen einzigen Maskenverweigerer.“ Das begeistere sie genauso wie der reibungslose Ablauf mit klassenweisen Bestellungen jeweils am Vortag beim Pausenverkauf.

 

Werner Kiese hat den Anstoß gegeben

 

Nach dem Abitur hat Sonja Padberg bei der Volksbank Bankkauffrau gelernt und dann Wirtschaftspädagogik in Nürnberg studiert. „Das, was man früher den Diplom-Handelslehrer nannte“, erklärt sie. Auf die Idee, im Lehramt an beruflichen Schulen ihre persönliche Perspektive zu sehen, hat sie Werner Kiese gebracht, der langjährige Leiter der Flurl-Berufsschule, die sie als angehende Bankkauffrau besucht hatte. „Er hat kräftig dafür geworben.“ An eben jener Berufsschule hat sie dann auch das erste Jahr ihres Referendariats abgeleistet. Weitere Stationen waren Deggendorf und dann neun Jahre lang die Fachoberschule/Berufsoberschule in Kelheim.

 

Alles im Leben hat Sinn, erkennt man oft später

 

Als Straubingerin hätte sie sich natürlich gewünscht, in ihrer Heimatstadt gleich längerfristig beruflich vor Anker gehen zu können, gibt sie zu. Im Nachhinein aber, so ihre Erkenntnis, sei der Umweg der bessere Weg gewesen. „Ich habe an einer überschaubar großen Schule Erfahrung sammeln können und bin früh mit vielen Aufgaben im Leitungsteam in Berührung gekommen.“ Das habe ihr später sehr genützt. Alles im Leben habe Sinn, auch wenn man das oft erst später erkennt, ist sie überzeugt. Da ist auch eine Parallele zu FOS/BOS, denn deren Schüler kommen vielfach auch über einen Umweg zum Abitur oder überbrücken mit Schule bis zur Realisierung ihrer Zukunftspläne.

Sie selber sagt von sich, sie sei „ein Arbeitstier“, habe aber gelernt, für die so oft zitierte „work-life-balance“ zu sorgen. „Ich passe auf mich auf“, sagt sie. Beim Joggen bekommt sie den Kopf frei, lässt beim Lesen („die Bestsellerliste rauf und runter“) die Seele baumeln und neuerdings hat sie mit ihrem Mann das (Mit-)Segeln auf dem Meer für sich entdeckt.

Sie ist Tigers-Fan („was sonst“) und hätte als solcher ihren 50. Geburtstag heuer im Frühjahr gerne im VIP-Bereich des Eisstadions richtig groß gefeiert. Die Einladungen waren schon geschrieben. Aber dann kam der Corona-Lockdown. „Vielleicht feiere ich diesen Geburtstag irgendwann nach und bleibe bis dahin einfach 50“, sagt sie und lacht.

 

Verfasst von Monika Schneider-Stranningner


Erstellt am 18.09.2020 von StR Völkl