Gestern noch Schüler, morgen..?

Die FOSBOS Straubing gratuliert ihren 306 Absolventinnen und Absolventen

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Zeugnisverleihung 2025 in der Stadthalle

„Gestern waren Sie noch Schüler, morgen sind Sie vielleicht Studentin? Auszubildender? oder Reisende?“ Mit diesem Blick in die Zukunft begrüßt Schulleiterin Sonja Padberg die diesjährigen Absolventinnen und Absolventen der FOSBOS Straubing in der vollen Joseph-von-Fraunhofer-Halle.

Sie nimmt dabei Bezug auf den eingangs gezeigten Film „Zwischen zwei Welten“ aus der Fachrichtung Gestaltung, der in eindringlichen Bildern im Grunde eine moderne Heldenreise beschreibt: Unverstanden von der Mutter muss der junge Protagonist erst selbst zu sich finden. Damit das passieren kann, wandert er durch Abgründe, die ihn am Ende jedoch zur Selbsterkenntnis führen. Dieses Schweben zwischen zwei Polen – dem Bekannten und dem Unbekannten – präge in den Augen von Padberg in vielen Bereichen das derzeitige Leben: „Sie sind die erste Generation, die den Übergang zwischen handgeschriebenen Notizen und KI-gestützter Seminararbeit nicht nur miterlebt, sondern auch aktiv mitgestaltet hat.“ Auch sei am Anfang des Jahres noch nicht bewusst gewesen, welches Talent in manchen Schülerinnen und Schülern schlummert. So gab es am „Spotlight“-Abend, der von Musiklehrer Dennis Schosser initiiert wurde, neben dem Improvisationstheater auch zahlreiche Gesangs-, Musik- und Dichtkunsteinlagen. Und viele andere schöne Erinnerungen konnte die Absolvia anhand zahlreicher Fotos aus dem Schulleben Revue passieren lassen. Angelehnt an diese gedankliche Reise hofft Padberg, dass die Schülerinnen und Schüler das nötige Fundament mitgenommen haben, das sie in Zukunft tragen werde: „Ein Fundament, auf dem Sie nicht zuletzt die Welt Ihrer Träume und Ambitionen mit den Herausforderungen des Lebens in Einklang bringen können.“

Auch die Stellvertreterin des Landrats Martha Altweck-Glöbl beglückwünscht die Absolvia mit herzlichen und bedachten Worten, vergisst dabei aber auch die Rolle der Eltern nicht: „Ohne Ihr Verständnis, ihren Rückhalt, Ihr Zutrauen wäre vieles nicht möglich gewesen!“ Sie selbst erinnert sich sehr positiv an ihre eigene Schulzeit an der FOSBOS Straubing: Sie habe vor genau 50 Jahren, 1975, als Schülerin den damals neuen Weg eingeschlagen, das Abitur zu erreichen und dabei Mitschüler und Lehrkräfte getroffen, die sie sehr stark geprägt haben. Damals noch ohne jeglichen Lehrplan und provisorisch hinter St. Jakob in einem sehr alten Gebäude blieben ihr vor allem die humorvollen Anekdoten in Erinnerung, als sie selbst als Schülerin die Schulklingel betätigen musste, aber auch die Diskussionen im Klassenzimmer, für die sie sich extra die Zeitung abonniert hat, „um bei den Diskussionen mithalten zu können“. Mit Zuversicht spricht sie den jungen Erwachsenen am Ende Mut zu und animiert sie, immer neugierig zu bleiben und die inneren Werte nicht zu veräußern: „Die Zukunft ist nicht vorhersehbar, aber sie ist gestaltbar. Ich bin überzeugt, Sie alle werden sie gestalten!“

Bei der anschließenden Zeugnisvergabe wurde auch deutlich, dass die Absolventinnen und Absolventen offenbar schon mit dieser Überzeugung ihre Prüfungen bestritten hatten: Sonja Padberg freut sich in diesem Zuge über eine Bestehensquote von 98 Prozent, hebt aber auch die Jahrgangsbesten (s. Foto) besonders hervor. Umrahmt von Solo-Einlagen von Amelie Jena und Marietta Bauer beglückwünschte auch Michaela Wall im Namen des gesamten Elternbeirats die Absolventinnen und Absolventen, die die „unzähligen Montagmorgen und emotionalen Achterbahnen hinter sich gebracht und trotzdem nie aufgegeben“ haben.

Und die SMV stellt am Ende ihrer Schulzeit fest, dass sie alle das Gefühl gehabt hätte, im gleichen Boot zu sitzen. Besonders eindrucksvoll erklärt Moritz Gräf seine Motivation, jeden Tag die Schulbank zu drücken: Er hätte vor 10 Jahren nie damit gerechnet, heute einmal hier zu stehen nach dem Abgang vom Gymnasium auf die Realschule. Nun, nach 15 Jahren Schule, stellt er fest: „Dieses Jahr an der BOS war eines der besten. Die Besonderheit: Man ist freiwillig da. Nicht weil man muss, sondern weil man will und weil man kann.“

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Kerscher Lena, Stadlbauer Verena und Henri Comman dürfen sich über die Traumnote 1,0 freuen. Insgesamt wurden 15 Jahrgangsbeste für ihre herausragenden Leistungen mit zahlreichen Förderpreisen in den Fachbereichen Physik, Mathematik und Gestaltung ausgezeichnet. Die Ehrungen übernahmen Schulleiterin Sonja Padberg (r.), Martha Altweck-Glöbl (4.v.r.) sowie Michaela Wall (3.v.r.), Vorsitzende des Elternbeirats.
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Lena Braun aus der 13. Klasse Sozialwesen:
„Während meiner Schulzeit an der FOSBOS Straubing hat mich vor allem das Praktikum in der 11. Klasse geprägt, denn dort habe ich unheimlich viel Selbstvertrauen dazugewonnen. Ich finde, dort ist mir mehr zugetraut worden als ich mir selbst zugetraut hätte und dadurch habe ich gelernt, dass ich mehr schaffe als ich denke.“
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Moritz Preis aus der 12. Klasse Technik:
„Ich nehme als Erinnerung ein starkes Gefühl von Gemeinschaft und Zusammenhalt mit, auch über meine Klasse hinaus. Mein Plan ist, jetzt noch die 13. Jahrgangsstufe zu machen und danach an die Musical-Akademie, im besten Fall nach Berlin, zu gehen.“
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